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Titelseite RAID Magazin Ausgabe 05

Ausgabe 05

Taktisch-medizinische Aus- und Fortbildung der Polizei

2025 · Deutsch · 31 Seiten

In dieser Ausgabe

  1. S. 4Einfach machen: Vom KSK ins Leben danachBundeswehr · Veteranen
  2. S. 6Fazit: Meine Zeit in BagdadEinsatzberichte
  3. S. 8Als Fallschirmjäger ist man verwöhnt: Einsatz gegen WildererEinsatzberichte
  4. S. 11Der Master Medic, Teil 1Taktische Medizin
  5. S. 13Tacticum: Taktische Aus- und WeiterbildungTraining & Mindset
  6. S. 14Taktisch-medizinische Fortbildung der Polizei Sachsen-AnhaltPolizei · Taktische Medizin
  7. S. 16Mythos TourniquetTaktische Medizin
  8. S. 18Heimatschutz in DeutschlandBundeswehr
  9. S. 20Personenschutz: Zwischen Präsenz und UnsichtbarkeitSicherheitslage
  10. S. 22Mein Weg zum Jagdschein, Teil 2Szene & Events
  11. S. 26Freude am Kampf: Lektionen für das zivile LebenTraining & Mindset · Veteranen
  12. S. 28Kettlebell-WorkoutTraining & Mindset
  13. S. 29Die Hundertschaften der Polizeien in DeutschlandPolizei
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Einfach machen: Vom KSK ins Leben danach Seite 4

Einfach machen - Vom KSKins Leben danach! >>>) VALDE // (SB) THATS.vALDE WWW.NEXTLEVELCREW.DE Mein Name ist Valde, ich bin 35 Jahre alt, zweifacher Familienvater und war über 13 Jahre Soldat. Wie so viele war auch ich ein Suchender — auf der Suche nach meinem Platz, nach meinem vollen Potenzial. Mein Weg führte mich zunächst zur Bundeswehr, mit dem Ziel, ganz nach vorne zu gehen. Am Ende wurde es das Kommando Spezialkräfte - die härteste Ausbildung, die man in Deutschland absolvieren kann. Der Weg dorthin war geprägt von Entbehrungen, Schweiß und unzähligen Momenten, in denen man sich fragt: Warum tue ich mir das an? Doch genau diese Momente formen den Charakter. Sie machen den Unterschied zwischen ich probiere und ‚ich ziehe durch . Die Ausbildung beim KSK war brutal, lehrreich, inspirierend — und ich würde sie jederzeit wieder machen. Ich verstehe, warum die Hürde so hoch liegt und warum sie nur wenige nehmen können. Es ist ein Privileg, Teil davon gewesen Zu sein. Unvergessen bleibt für mich die Vorbereitung auf den ersten Einsatz. Dieses Gefühl, das man hat, wenn man realisiert, wie hoch das eigene Ausbildungsniveau tatsächlich war — wie Automatismen greifen, wie Abläufe ineinandergreifen und man plötzlich in einem Szenario steht, für das man so lange trainiert hat. Das ist ein einmaliges Privileg, das man sich hart erarbeiten muss: der erste Auslandseinsatz in den Spezialkräften. ‘Am 31. Dezember 2024 habe ich die Bundeswehr nach 13 Jahren verlassen. Kurz davor erlitt ich zwei Achillessehnenrisse, der zweite so schwer, dass mir eine Sehne aus dem großen Zeh transplantiert wurde. Im Februar dieses Jahres saß ich noch im Rollstuhl - und plötzlich war da dieser Moment: Dienstzeit vorbei, Verletzung im Gepäck, und die große Frage: Wie geht es jetzt weiter? Natürlich stand mir der Berufsförderungsdienst zur Seite, doch der eigentliche Halt kam von meiner Familie, die mich in jeder Hinsicht getragen hat. Der Übergang ins zivile Leben ist mindestens genauso anspruchsvoll wie das Soldatenleben selbst. Der Unterschied: Es ist schnelllebig. Chancen kommen, Chancen gehen — und manche kommen nicht zweimal. Hier gilt es, wachsam zu sein und zuzupacken. Doch mit dem Skillset und den Soft Skills, die man bei der Bundeswehr erwirbt, hat man viele Möglichkeiten. Die Antwort für mich lag in der Mentalität, die man als Kommandosoldat verinnerlicht: Immer nach vorne, ins Tun kommen. Nicht lange reden, sondern handeln. Diese Konditionierung macht vieles möglich. Heute arbeite ich als Berater in der Rüstungsindustrie für NATO-Partner im Bereich Funk- und Satellitenkommunikation. Meine Expertise als ehemaliger Master-Signal-Soldat bringe ich hier direkt ein, berate Nationen, entwickle Lösungen und zeige, was im Einsatz technisch möglich ist. Gerade in der aktuellen geopolitischen Lage ist dieses Thema gefragter denn je. Parallel habe ich mein eigenes Unternehmen aufgebaut, in dem wir als Team leistungsstarke Athleten coachen. Mein Herz schlägt dabei besonders für die taktischen Athleten - junge Frauen und Männer, die wie ich damals ihren Weg suchen. Wenn ich in ihre Augen schaue, sehe ich oft mein jüngeres Ich: voller Wille, voller Fragen, manchmal auch voller Zweifel. Genau deshalb helfe ich ihnen, ihre Ziele zu erreichen und ein Fundament zu bauen, das sie im Dienstalltag trägt. Natürlich war nicht alles einfach. Der zweite Riss hat mich hart getroffen, mental wie physisch. Aber mit Hilfe eines Sportpsychologen, täglicher Arbeit an mir selbst und der klaren Entscheidung, nicht im Selbstmitleid zu versinken, habe ich meinen Weg zurückgefunden. Heute kann ich wieder trainieren, laufen, Wettkämpfe bestreiten. Vor allem aber kann ich für meine Kinder Vater sein - und das ist mir wichtiger, als für Deutschland Kommandosoldat zu sein. Besonders genieße ich heute den Alltag zu Hause. Dinge, die für viele unspektakulär wirken, sind für mich Highlights: Zeit mit der Familie, Routinen, selbst Verantwortung für Herausforderungen übernehmen und nicht alles auf meine Frau abwälzen. Dieses Bewusstsein habe ich erst nach dem Dienst richtig gelernt. Und auch sportlich bleibt der Antrieb: Ich möchte auf den großen Bühnen dieser Welt stehen - sei es bei CrossFit-Events, Straßenläufen oder im Gewichtheben. Beruflich genieße ich den Prozess, privat versuche ich, so präsent wie möglich im Moment zu sein. Denn eines habe ich gelemt: Der Weg ist das Ziel. Wer zu früh ,ankommt , läuft Gefahr, in Langeweile zu verfallen. Deswegen setze ich meine Ziele bewusst so groß, dass ich vielleicht nie ganz ankomme - aber jeden Tag daran arbeiten darf. Wenn ich zurückblicke, bleibt für mich ein Satz: Einfach machen. Mein Motto ist, fokussiert in eine Sache reinzugehen. Und wenn Hindemisse auftauchen, stelle ich mir nur eine Frage: Bringt es mich meinem Ziel näher — oder nicht? So simpel, so wirkungsvoll Und wenn du mich fragst, was ich heute - ein halbes Jahr nach dem Ausscheiden, nach Verletzungen, Rückschlägen und Neuanfang - aus tiefstem Herzen sagen kann: Es war jede Minute wert.

Fazit: Meine Zeit in Bagdad Seite 6

Fazit - Meine Zeit in Bagdad Zwischen Alarmen, Gheckpoints und diplomatischen Zonen >>> DOMINIK // [G) GERMANTACTICS Wenn ich heute auf meine Zeit im Irak zurückblicke, dann sehe ich weniger Staub, Hitze und Chaos — sondern Menschen, Begegnungen und Erfahrungen, die mich mit zu dem gemacht haben, der ich heute bin. Was damals mit einem Auftrag begann, wurde zu einer Reise durch extreme Umstände, durch Spannungen, Widersprüche und stille Momente, die sich tief eingebrannt haben. In einem Umfeld, in dem jeder Tag neu geschrieben wurde, lernte ich, was Ruhe und Kontrolle wirklich bedeuten. Zwischen Alarmen, Checkpoints und diplomatischen Zonen gab.es immer wieder diese Sekunden der Stille, in denen einem bewusst wurde, wie schnell sich alles ändern kann — und wie wichtig es ist, einen klaren Kopf zu behalten. Die Arbeit vor Ort war mehr als nur Routine oder Dienstleistung. Es war Verantwortung — gegenüber dem Team, gegenüber Auftraggebern, und am Ende auch gegenüber sich selbst. Man funktionierte, improvisierte, reagierte - und irgendwo dazwischen fand man seinen Rhythmus. Nicht aus Gewohnheit, sondern weil es notwendig war. Viele, die solche Einsätze nur von außen sehen, erkennen selten, was dahintersteckt: die langen Tage im Compound, das ständige Warten, die Müdigkeit, die kleinen Siege und internen Grabenkämpfe zwischendurch. Aber auch die Momente, in denen Loyalität, Vertrauen und Kameradschaft wichtiger wurden als jeder Befehl eines größenwahnsinnigen und radikalen Chefs. Ich habe in diesen Jahren gelernt, wie schmal die ‚Grenze zwischen Kontrolle und Kontrollverlust ist - und wie stark man werden kann, wenn man keine andere Wahl hat. Der Irak hat mich gefordert, mental wie körperlich. Aber er hat mir auch gezeigt, worauf es ankommt: Haltung, Demut und die Fähigkeit, inmitten von Spannungen ruhig zu bleiben. Heute, mit etwas Abstand, sehe ich die Zeit dort nicht nur als Einsatz, sondem als Kapitel meines Lebens, das mich nachhaltig geprägt hat. Ich habe gelernt, Prioritäten zu setzen, Verantwortung zu tragen — und Dinge loszulassen, die man ohnehin nicht ändern kann. Man verlässt Bagdad irgendwann - aber Bagdad verlässt einen nie ganz. Die Geräusche, der Staub in der Luft, das Licht in den Abendstunden - all das bleibt. Und vielleicht ist es genau das, was diese Zeit ausmacht: Sie erinnert einen täglich daran, wie zerbrechlich Normalität ist, und wie wertvoll jeder ruhige Moment sein kann. All die Götter, all die Himmel, all die Höllen sie wohnen in Dir*

Als Fallschirmjäger ist man verwöhnt: Einsatz gegen Wilderer Seite 8

Als Fallschirmjager ist man verwohnt OR JULIUS // (@) SIPFELBOCK WWW.OPERATIVEFAEHIGKEITEN.DE Der Wechsel vom Militär in den Anti-Wilderer-Einsatz fühlt sich zunächst vertraut an — Uniform, Disziplin, Einsatzbereitschaft. Schnell merkt man jedoch: Vieles, was im Militar meist selbstverstandlich geregelt war, wird hier zur harten, alltäglichen Arbeit. Die Bedrohung ist real, die Mittel oft knapper, und die Regeln sind andere. ‚Obwohl man als Fallschirmjäger stets der Meinung war, mit dem Nötigsten auszukommen bzw. ständig am Limit zu arbeiten, wird einem in dieser Welt noch weniger zur Verfügung gestellt. Das musste ich bitter erkennen, als ich meine erste Stelle als Anti-Wilderer-Ranger antrat. Diese befand sich in Namibia - und meine Eingewöhnungsphase war eher eine Kompromissphase, in der ich. mir selbst beantworten musste: Wie weit bin ich bereit zu gehen? Was nehme ich alles in Kauf, bevor ich sagen muss, dass gewisse Aufträge schlicht nicht umsetzbar sind? Ich hatte eine romantisierte Vorstellung davon, wie mein Alltag aussehen könnte und welche Mittel mir zur Verfügung stehen würden. Man muss bedenken: Zu dem Zeitpunkt gab es noch keine Instagram-Profile, die von ihren Erfahrungen berichteten, und bis auf ein paar Dokus, in denen das Berufsbild mal beiläufig gezeigt wurde, waren kaum Informationen vorhanden. Sokam es, dass ich im Spätjahr im Reservat in Namibia ankam und mich erstmals dem Inhaber vorstellte. Der erklärte mir, was die Besonderheiten vor Ort sind und welche Vorfälle es in der Vergangenheit gegeben hatte. Um alles Weitere sollte sich der Head der APU (Anti-Poaching Unit) kümmern. Den traf ich dann auch einige Zeit später - doch auch er war eher damit beschäftigt, mir seinen Titel zu erklären, als seine tatsächliche Arbeit oder das, was von mir erwartet wurde. Das Ganze endete dann mit der Aussage: Wir gehen erst mal raus und schauen es uns an. Die nächsten Tage verbrachten wir damit, mir einen Eindruck vom Gebiet zu verschaffen und markante Geländepunkte anzusehen. Dabei wurden zwei Dinge klar: Erstens — die Geländepunkte, mit denen wir arbeiten, sind dem restlichen Personal im Reservat völlig unbekannt. Und zweitens - falls uns etwas passieren sollte (was keineswegs abwegig ist), wäre es nahezu unmöglich, dass uns jemand helfen könnte. Denn folgende Voraussetzungen waren schlicht nicht gegeben: + Komm kationsmitte ie und ändebezeichnung Die ersten Wochen verbrachte ich damit, diese Mängel abzustellen und Lösungen zu finden. Kommunikationsmittel selbst waren eigentlich nicht das Problem — grundsätzlich vorhanden, funktionstüchtig. Das eigentliche Problem war der Umgang damit. Bei den Empfängern gab es zwei Optionen: Entweder steckte das Funkgerät in der Ladestation, wo es nicht gehört wurde, oder es war am Mann bzw. an der Frau — aber leer. Was die Kartographie betraf, fand ich eine recht einfache Lösung: Ich fuhr mit meinem GPS alle Wege und Grenzen ab und konnte diese entsprechend als Strecken mit Farben und Namen versehen. So entstand eine Karte aus dem Nichts. Da ich das gemeinsam mit den Rangern durchführte, entsprach die Benennung ihrer Logik und ihren Vorstellungen — also funktionierte es auch für sie. Diese konnte dann ausgedruckt und mit etlichen Reihen Tesafılm bushfest gemacht werden. Weiter ging es mit Notfallplänen - für die gängigsten Verletzungen bzw. Vorfälle. Damit war zunächst der ‚Grundstein gelegt, um überhaupt Einsätze durchführen zu können. Nun mussten essenzielle Grundlagen geschaffen werden wie: und Munition Eine Lage ist eine absolute Selbstverständlichkeit, wenn man an eine Befehlsausgabe oder einen Mission-Planning-Prozess denkt. Doch diese selbst aus dem Nichts zu erstellen, ist eine ganz andere Sache. Gewisse Fakten können übernommen werden, aber viele Punkte müssen durch Aufklärung oder Erfahrungswerte mühsam erarbeitet werden. Als mir das zum ersten Mal wirklich bewusst wurde, dachte ich mir, wie verwöhnt man als Fallschirmjager doch ist - denn solche Informationen sind dort selbstverständlich. Sie werden bereitgestellt, man kann sich auf sie verlassen. Auch wenn man über den Dienstherm schimpft, was die Ausrüstung angeht — Fakt ist Im Zweifelsfall hat man die richtige Munition für die vorhandenen Waffen und den jeweiligen Einsatz. Hier war Wir hatten Schrofflinten gegen einen Feind, der im offenen Gelände mit Kalaschnikows auf uns schoss. Und dafür hatten wir absolut ungeeignete Munition — weil sie gerade im Angebot’ war. Unvorstellbar, aber leider wahr. Diese ersten Erfahrungen zogen sich wie ein roter Faden durch die Anfangszeit - und mir wurde schnell klar: Ich arbeite hier nicht mit beschränkten, sondern mit absolut minimalen Einsatzmitteln. Ich will mit diesem Text niemandem die Arbeit ausreden oder damit prahlen, wie stumpf man gewesen ist. Stattdessen möchte ich dazu anhalten, die Umstände zu ändern. Natürlich kann man in vielen Belangen mit dem Finger auf andere zeigen und sagen: Weil die es nicht checken ... oder Weil die keine Ahnung haben ... ist es so, wie es ist. Aber Fakt ist: Man selbst ist die Person, die im Einsatz steht. Und demnach sollte man Fahrlässigkeiten nicht einfach hinnehmen. Einheiten und Behörden bestehen aus Menschen - und diese Menschen entscheiden darüber, wie fähig, stark und professionell die Einheit tatsächlich ist.

Der Master Medic, Teil 1 Seite 11

Der Master Medic Teil 1 >>>>>> MARC ZIERDEN // ( ) sranvincvereran Der Begriff Master Medic taucht in vielen Kontexten auf, doch eine klare, einheitliche Definition gibt es selten. Zwischen Ausbildung, Erfahrung und Einsatzrealität liegen oft Welten. Dieser Artikel spiegelt meine persönliche Sicht und Erfahrung wider - meine Interpretation dessen, was die ‚Aufgaben definiert und was den Master Medic so wichtig macht. DER MASTER MEDIC - TEIL 1 Ein Amoklauf. Ein schwerer Verkehrsunfall. Eine Explosion. Eine Naturkatastrophe. Ein Häuserbrand. Immer dann, wenn viele Verletzte, eine taktische Lage und pures Chaos aufeinandertreffen, zeigt sich, wer wirklich das Zeug zum Master Medic hat. Der Master Medic ist der Ruhepol im Sturm - der Mensch, auf den sich alle verlassen, wenn sich die Lage schlagartig ändert und aus Planung plötzlich realität wird. Er steht an der Schnittstelle zwischen Leben und Tod, zwischen Auftrag und Menschlichkeit. Und genau dort entfaltet sich seine Bedeutung — nicht in der Theorie, sondern in der Praxis. DAS PROFIL DES:MASTER MEDIC Ein Master Medic ist kein gewöhnlicher Sanitäter mit taktischer Zusatzqualifikation. Er ist Operator, Planer, Ausbilder und medizinischer Stratege in einem. Und eines muss er in jedem Fall sein: ein Vorbild Er beherrscht die gesamte Bandbreite von TCCC / TECC über PFC/PCC Prolonged Field Care/Prologned Casualty Care bis hin zur K9-Versorgung — und bleibt stets auf dem neuesten Stand der taktischen Medizin. Er denkt taktisch, handelt klinisch und weiß, wann welches Vorgehen Priorität hat. Denn: Die Taktik bestimmt die Medizin. Er entscheidet nicht ausschließlich nach Lehrbuch, sondern nach Lage, Auftrag und Wirkung — mit einem Ziel: Leben erhalten. Mission erfüllen. ORGL RETTUNGSDIENST VS. MASTER MEDIC Der Organisatorische Leiter Rettungsdienst (OrgL RD) koordiniert Einsätze aus der Führungs- und StrukturPerspektive. Sein Fokus liegt auf Ressourcenmanagement, Kommunikation und Einsatzorganisation bei Großschadenslagen. Er entscheidet über Abläufe, Prioritäten und Schnittstellen. Der Master Medic dagegen agiert operativ im Einsatzraum. Er handelt hands-on, unter taktischen Bedingungen - oft ohne feste Struktur und Ressourcen. Sein ‚Schwerpunkt liegt auf medizinischer Versorgung unter Extrembedingungen. Kurz gesagt: Der OrgL RD führt einen Einsatz aus der grünen Zone Der Master Medic führt ihn mit seinem Team — auch in roten, gelben oder wechselnden Zonen. In der nächsten RAID Ausgabe Anfang 2026 erscheint der zweite Teil. - Unterschiede des Master Medic Polizei, Militär und Zivil. Und Wer Supportet den Master Medic? Junior Medic, der Apotheker, der Türsteher...

Tacticum: Taktische Aus- und Weiterbildung Seite 13

Tacticum GbR - Taktische Ausund Weiterbildung >>> ( ) Tactıcumser Die Tacticum GbR bietet in Bremen praxisorientierte, fachlich fundierte Aus- und Weiterbildungen sowie Beratung im Bereich taktischer Einsätze an. Durch eine Joint Operation mit BlackFlagTactical vereint Tacticum GbR eine breite Fachexpertise und operative Erfahrung aus allen relevanten Sicherheitsbereichen: spezialisierte Einheiten der Bundeswehr, Personenschutz national und international, Polizei und LKA, zivile Sicherheitsunternehmen sowie Rettungsdienst und Behörden. Unser Angebot richtet sich an Einsatzkräfte aller Behörden, sowie verantwortliche Ausbildungsstellen der Sicherheit, die Wert auf realitätsnahe und methodisch aufgebaute Trainings legen. Die Kernmodule umfassen: Grundlagen Close Quarters Battle (CQB) mit didaktisch aufgebauten Basismodulen und anschließenden erweiterten Modulen für Fortgeschrittene, ‘SchieRtechnik-Training mit Fokus auf Präzision, Bewegungsablaufe und sicherheitskonforme Verhaltensstandards, Grundlagen urbaner Kampf zur operativen Orientierung in dicht besiedelten Einsatzgebieten. Als Teil unserer interdisziplinären Ausrichtung erproben wir in Kooperation mit der Mebino Rettungsdienstschule Bremen GmbH aktuell die Implementierung eines TECC-Kurses (Tactical Emergency Casualty Care); ein erster Testkurs lief bereits im Oktober 2025 auf der Tactical Training Site (TTS) Bremen. Ziel ist die enge Verzahnung medizinischer Notfallversorgung mit taktischen Einsatzprinzipien. Tacticum GbR legt Wert auf evidenzbasierte Methodik, realitätsnahe Szenarien und rechtssichere Trainingskonzepte. Unsere Lehrkonzeption verbindet bewährte taktische Standards mit aktuellen Erkenntnissen aus Einsatzpraxis und Medizin.

Taktisch-medizinische Fortbildung der Polizei Sachsen-Anhalt Seite 14

Taktisch-medizinische Aus- und Fortbildung der Polizei Sachsen-Anhalt >>> KISTE, PAZ LSA // In den vergangenen Jahren musste haufig die Sicherheitslage vielerorts neu bewertet und teilweise auch hoch eskaliert werden. Dies ist aufgrund vieler terroristischer Anschläge weltweit ein globales Problem unserer Zeit. Nun betrifft dies nicht nur die intemationalen Streitkräfte sondem auch die Polizei in Deutschland. In Sachsen-Anhalt wurden solche lebensbedrohlichen Einsatzlagen (lebEl) in Halle (Saale) 2019 und in Magdeburg 2024 bittere Realität. Eine von vielen Reaktionen auf diese Lagen in der Polizei Sachsen-Anhalt war die sukzessive Anpassung und Verbesserung der taktisch-medizinischen Aus- und Fortbildung im Land. Der Grundstein der TEM (Taktische Einsatzmedizin) wird an der Fachhochschule der Polizei in Aschersleben gelegt. Hier wird der Umgang mit Tourniquet, Notfallverband und Co schon in der Ausbildung bzw. dem Studium gelehrt. Wer danach in der jeweiligen Behörde oder Einheit Aufgaben medizinischer Betreuung übernehmen möchte oder soll, für den gibt es mehrere Lehrgange. Dabei wird für die Polizeivollzugsbeamten zwischen einer internen Ausbildung zum sogenannten Sanitätshelfer oder der externen Qualifikation zum Rettungssanitäter unterschieden. Bis auf die Qualifikation zum Rettungssanitäter liegen die medizinischen Lehrgange in der Hand des Polizeiärztlichen Zentrums in Magdeburg. Mit der Vorbereitung und Durchführung ist der Bereich Taktische Einsatzmedizin betraut. Der polizeiliche Sanitätshelfer wird in drei Wochen in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz ausgebildet. Die Kollegen mit dieser Ausbildung bekommen einen großen Anteil des Wissens eines Rettungssanitäters vermittelt, allerdings ohne Praktikas in Krankenhaus oder Rettungsdienst, dafür aber mit mehr Bezug zur Taktischen Medizin. Die Qualifikation zum Rettungssanitäter wird an einer polizeiexternen Rettungsschule erworben und kann über den polizeilichen Dienst hinaus genutzt werden. Im Vorfeld erfolgt über die gesundheitliche Eignung hinaus auch ein 5-tätiges Praktikum im Polizeiarztlichen Zentrum. In diesem Praktikum werden medizinische Grundlagen vermittelt sowie ein Eindruck in das Berufsbild und die Verwendung der Rettungssanitäter in der Polizei gegeben. Tatsächlich hat die Polizei Sachsen-Anhalt auch einige Rettungsassistenten und sogar Notfallsanitäter in ihren Reihen. Diese Kollegen haben aber ihre Ausbildungen schon mit in den Polizeidienst gebracht. Ist ein Polizeibeamter in Sachsen-Anhalt Rettungssanitäter oder Sanitätshelfer geworden, wird er wahrscheinlich auch den Lehrgang Multiplikator Taktische Einsatzmedizin besuchen. In diesem lernt er vor allem Methodik und Didaktik zur Weitervermittiung und Vertiefung des vorhandenen Wissens. Die dezentrale Fortbildung durch Multiplikatoren in den einzelnen Bereichen ist eine wichtige Säule des TEM-Konzeptes. Um auch die Multiplikatoren auf Stand und in Übung zu halten bietet das PAZ LSA seit zwei Jahren auch ein Aufbaumodul an. Hier sind vor allem neue Materialien, taktische Entwicklungen und MANV (Massenanfall von Verletzten) die Themen. Grundsätzlich ist jeder Rettungssanitäter in der Polizei LSA verpflichtet regelmäßig an. einer Fortbildung des. PAZ LSA teilzunehmen. Dabei treffen dann auch Kollegen aus verschiedenen Bereichen aufeinander, können sich kennenlernen und austauschen. Bei diesen 3-tägigen Lehrgängen werden sowohl zivil-medizinische Grundlagen wiederholt als auch taktisch-medizinische Neuerungen geübt. Einen Sonderfall beim Thema TEM-Ausbildung bilden die Spezialeinheiten. Hier wird jeder im Rahmen des Verwendungswechsellehrgangs zum Ersthelfer SE ausgebildet. Diese Befähigung ist unterhalb von Rettungssanitater und Sanitätshelfer einzuordnen, allerdings aber höherwertiger als der normale Polizist der Bereitschaftspolizei oder des Streifendienstes. Auch im Bereich Personenschutz läuft die Umsetzung jeden Kollegen mit höherklassigen Fähigkeiten auszubilden und einen Ersthelfer Personenschutz zu etablieren ‚Abseits dieser Lehrgänge führen die Behörden und Einrichtungen der Polizei Sachsen-Anhalt immer wieder Großübungen und MANV-Lagen durch. Je nach dem, sind eine oder mehrere Einheiten involviert, müssen zusammenarbeiten und Aufgaben meistern. Der Bereich TEM des PÄZ wird dann zur Beobachtung und Bewertung des Szenarios hinzugezogen. Erfahrungsberichte zeigen, dass TEM in der Polizei Sachsen-Anhalt eine wichtige und gerechtfertigte Rolle einnimmt und nicht zuletzt wegen lebensbedrohlicher Einsatzlagen Teil des Polizeiberufes ist. Insgesamt sind viele Maßnahmen, Lehrgänge und Projekte rund um die Taktische Einsatzmedizin in den letzten Jahren ins Leben gerufen worden. Manches hat sich bereits etabliert und gefestigt, manches ist noch relativ neu und muss gegebenenfalls noch angepasst oder beendet werden. Alles wird aber ständig durch Erfahrungswerte weiterentwickelt.

Mythos Tourniquet Seite 16

MYTHOS TOURNIQUET >>>>>> MARC ZIERDEN // AIRBORNEMEDICALGROUP Massive Extremitatenblutungen — da drangt sich sofort ein Bild auf: erst Druckverband, dann noch einer darüber, dann Tourniquet als letzter Ausweg. Doch in Wahrheit steht das Abbindesystem nicht am Ende einer Rettungskette - sondern mitten drin. Sinnbildlich: Das Tourniquet ist nicht der Bösewicht! Die Faktenlage Seit etwa 2016 haben deutsche Fachgesellschaften - wie die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) - erstmals die praklinische Anwendung von Toumiquets empfohlen. Parallel setzten z. B. TREMA und die Deutsche Gesellschaft für Unfalichirurgie deutliche Impulse für den Einsatz außerhalb des OP-Settings. Beim Messerangriff oder bei einer Amputationsverletzung ist das Thema längst nicht mehr theoretisch (vgl. Leitlinien zur Polytrauma- und Schwerverletztenbehandlung). Eine Blutungsmenge ab 1.000-1.500 mi gilt als kritisch - also jede Blutung, die fließend, spritzend, pulsierend oder stark tröpfelnd auftritt und rasch lebensbedrohlich werden kann. In solchen Fällen gilt: Hands on Red - then consider the tourniquet. Wenn Druckverband oder direkte Kompression versagen, muss schnell auf Abbindung gewechselt werden. Indikation & Timing Ein Tourniquet ist sofort indiziert bei klaren Verletzungsmustern: Amputation, proximale Extremitätenverletzung mit pulsierender oder spritzender Blutung, oder wenn sich eine Blutlache bildet und Druck nicht mehr ausreicht Der Zeitfaktor zählt: Studien zeigen, dass Abbindungen unter zwei Stunden weitgehend komplikationsfrei bleiben. Längere Zeiten erhöhen das Risiko für Ischämie, Nekrose oder Muskel-/Nervenschaden. Risiken-& Mythen Der Mythos: Tourniquet = Verlust der Extremität oder nur letzte Maßnahme . Die Realität: Bei fachgerechter Anwendung ist das Risiko gering - aber nicht null. Ein Tourniquet gehört heute zum modernen Erste-Hilfe-Repertoire: Es geht um lebensrettende Sofortmaßnahmen bei massiven Extremitätenblutungen. In Ländern wie den USA und Großbritannien ist die Anwendung längst Teil von Programmen wie Stop the Bleed oder Catastrophic Bleeding First Aid . Ein Leben zu retten steht über allem. Wer durch ein Tourniquet eine massive Blutung stoppt, darf mögliche, seltene Folgeschäden in Kauf nehmen. Leben vor Lähmung. Nach $ 34 StGB (rechtfertigender Notstand) ist dies rechtlich gedeckt - das geschützte Leben wiegt schwerer als ein möglicher Gewebeschaden. Unwissenheit schafft Gefahr Wissen rettet Leben Deshalb empfehlen wir, den Erste-Hilfe-Kurs alle 3-5 Jahre zu wiederholen. Der Fokus sollte künftig stärker auf Blutstillung und der Anwendung von Tourniquets liegen.

Heimatschutz in Deutschland Seite 18

Heimatschutz in Deutschland Facts & Nice to Know >>> DOMINIK // [Ö)GERMANTACTICS Die Bundeswehr hat ihre Heimatschutzkräfte 2025 neu geordnet und unter einer zentralen Heimatschutzdivision zusammengeführt. Auftrag: Schutz Deutschlands, Unterstützung ziviler Behörden, Sicherung kritischer Infrastruktur und Aufmarsch-/Transitunterstützung für verbündete Kräfte im Krisen- und Verteidigungsfall. Die Kräfte bestehen überwiegend aus Reservistinnen und Reservisten; pro Regiment dienen 20-30 aktive Soldaten als Kernteam . evmherercs (Kurzüberblick) - Objektschutz & Infrastruktur: Bewachung und Sicherung kritischer Anlagen, Verkehrsknoten, Brücken, Häfen, Pipelines, digitaler Netze. - Amtshilfe & Katastrophenhilfe: Unterstützung der Länder/Kommunen bei Naturkatastrophen, Großschadenslagen, Blackouts; ZMZ mit Polizei, Feuerwehr, THW, Rettungsdiensten. - Host Nation Support / Aufmarschunterstützung: Absicherung von Marschstraßen, Ubergabepunkten, Umschlagplätzen für NATO-Kräfte. - Territoriale Verteidigung: Sicherung von Räumen und Knotenpunkten im Inland im Verteidigungs-/Spannungsfall Struktur & Standorte Heimatschutzdivision — Stab: Berlin, Julius-Leber-Kaseme. REGIMENTER 1-6 (DIENSTSITZE): Wie viel Dienst leistet man dort? Reservistinnen und Reservisten in den Heimatschutzregimentern üben roundabout 14 Tage (+/-) pro Jahr (in Blöcken gebündelt) oder auch mehr. Zusatz-/Lageeinsätze (z. B. Hochwasserhilfe) können den Umfang erhöhen. Freiwilliger Wehrdienst im Heimatschutz ist möglich; nach Grund- und Spezialgrundausbildung wird wie Reservisten geübt. Mögliche Verwendungen im Detail Objekt-/Raumschutz (Liegenschaften, Knoten, Übergabepunkte, Marschstraßen) Häfen & Küste (nördliche Regimenter inkl. Hamburg-Verantwortung über HSchRgt 4) Host Nation Support (Bewachung/Absicherung von Umschlagpunkten, Konvoibegleitung im Rahmen verfassungsrechtlicher Möglichkeiten) Katastrophenhilfe/Amtshilfe (z. B. Hochwasser, Waldbrande, Wintereinbrüche) Ausbildung & Reserveaufbau (Gewinnung, Befähigung, Regeneration von Personal) Beispielhafte Kompanie-Verteilung HSchRgt 1 (BY): HSchkp u. a. in Volkach (Unterfranken), Roth/Mittelfranken, Hof (Oberfranken), Bogen (Niederbayern), Kümmersbruck (Oberpfalz), Dillingen/- Donau (Schwaben), Murnau a. Staffelsee (Oberbayern), Ingolstadt, Stabs-/Versorgungs- und Ausbildungskompanien in Roth/Wildflecken. HSchRgt 2 (NW/RP/SL): u. a. Düsseldorf, Unna, Ahlen (NRW) sowie Baumholder, Germersheim, Mainz (RP) und Saarlouis (SL). (Regimentsaufbau aus NRW heraus, sukzessive Erweiterung; öffentliche Darstellungen variieren nach Stand der Aufstellung.) HSchRgt 3 (NI/HB): Holzminden, Lüneburg, Wittmund, Hannover, Bremen, Bremerhaven; Regimentsstab in Nienburg. HSchRgt 4 (SH/MV/HH): Stab/Vers/Ustg/Ausb in Alt Duvenstedt; Kompanien für Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommem und Hamburg. HSchRgt 5 (HE/TH): Aufstellung ab 10/2024; Indienststellung bestätigt 10/2024; Dienstsitz Ohrdruf; Fokus Hessen/Thiringen, Ausbau laufend. HSchRgt 6 (BE/BB/ST): Appell zur Indienststellung am 1.10.2025 in Möckern; Stab/Teile in Altengrabow; je zwei Heimatschutzkompanien in den drei Ländern. Hinweis zur Dynamik: Die Kompanie-Landschaft wächst weiter; einzelne Orte/Bezeichnungen können sich mit dem fortschreitenden Aufbau ändern. Für den redaktionellen Stand nutzen wir die o. g. Primarquellen (Bundeswehr) und aktuelle Fachberichte. Reservist vs. Heimatschutz - Der Unterschied Reservist und Heimatschutzsoldat werden oft verwechselt- doch in der Struktur der Bundeswehr sind es zwei klar getrennte Rollen mit unterschiedlicher Verbindlichkeit und Einsatznähe. Der Reservist’+:der übergeordnete Begriff Ein Reservist ist jede Person, die nach aktiver Dienstzeit in der Bundeswehr weiterhin dem Wehrrecht unterliegt und bei Bedarf oder freiwillig weiter dient oder übt. Das heißt: - Jeder ehemalige Soldat (Wehrdienst, SaZ, FWDL) ist automatisch Reservist. - Man bleibt in einer ,Verfiigungsreserve", solange man gesundheitlich und rechtlich tauglich ist. = Reservisten können auf freiwilliger Basis an Übungen, Ausbildungen oder Einsätzen teilnehmen (,- Dienst in der Reserve"). - Reservisten sind also das Personalreservoir der Bundeswehr — vom ehemaligen Fallschirmjäger über den Sanitäter bis zur Bürokraft. Der Heimatschutz.- der aktive Teil der Reserve Ein Heimatschutzsoldat ist ein Reservist mit festem Auftrag und Beorderung auf einem konkreten Dienstposten in einem Heimatschutzregiment (früher Heimatschutzbataillon). Das bedeutet: - Er oder sie hat einen fest zugewiesenen Platz (z. B. Gruppenfiihrer, Funker, Fahrer, Sicherungssoldat). - Es gibt regelmäßige Übungen und Einsätze, im Gegensatz zum losen nicht beorderten Reservisten. - Er steht bei Bedarf innerhalb von Tagen abrufbereit (ähnlich einer Territorialreserve). Kurz gesagt Jeder Heimatschutzsoldat ist ein Reservist - aber nicht jeder Reservist gehört zum Heimatschutz. Die Heimatschutzkräfte sind die aktive Reserve im Inland: schnell verfügbar, regional verankert und direkt einsatzbereit, wenn Deutschland Unterstützung braucht. Diese Infos dienen der groben Richtungsangabe, wie es aktuell beim Heimatschutz läuft. Wenn ihr detailliertere Informationen braucht, meldet Euch bitte bei den unten angegeben Nummem. Kontakt: Heimatschutzdivision - Info & Karriere Karriereberatung: 0800 980 08 80 Karriereportal: bundeswehrkarriere.de Dienstsitz: Julius-Leber-Kaseme, Berlin. Reservistenverband (Bundesgeschaftsstelle) Verband der Reservisten der Deutschen Bundeswehr e. V., ZeppelinstraBe 7 A, 53177 Bonn,

Personenschutz: Zwischen Präsenz und Unsichtbarkeit Seite 20

-PERSONENSGCHUTZ — ZWISCHEN PRASENZ UND UNSICHTBARKEIT. MEHR KÖNNEN U SEIN Personenschutz ist kein. Job für Egos. Er ist ein Auftrag, ein Auftrag, der jeden Tag neu beginnt. Zwischen Routine und Ausnahme entscheiden oft wenige Sekunden, ob jemand weiterlebt oder nicht. Der Begriff Personenschutz klingt nach Sicherheit und Kontrolle. Doch in der Realität bedeutet er Verantwortung und permanente Wachsamkeit. Der gute Schützer fällt nicht auf. Er verschwindet im Hintergrund, beobachtet, antizipiert, steuert - ohne dass es jemand merkt. Diese neue RAID-Serie beleuchtet die Einsatzrealität des Personenschutzes. Keine Hollywood-Glorifizierung, keine taktischen Showelemente, keine Poser, sondern echte Arbeit, unter realen Bedingungen. Wir sprechen über Planung, Verhalten, Teamdynamik, medizinische Absicherung, Kommunikation, Ausbildungsmöglichkeiten in Deutschland, reale Aufträge und mentale Belastung. Über das, was es wirklich heißt, Verantwortung für ein Leben zu übernehmen. Und über das Zusammenspiel zwischen Schutzperson, Umfeld und potenzielle Gefahren - ein System, das nur funktioniert, wenn jeder weiß, wann er wie handeln muss und darf, Personenschutz ist mehr als Reaktionsfähigkeit. Es geht nicht darum, der Härteste zu sein, sondern der Konstanteste. Der, der wach bleibt, wenn andere abschalten. Der, der vorbereitet ist, wenn andere noch planen. Und der, der erkennt; bevor etwas passiert. In dieser Reihe zeigen wir, was den Unterschied macht zwischen Dabeistehen und Funktionieren. Im zweiten Teil gehen wir auf die Mindestvoraussetzungen ein: Ausbildungen, Ausrüstung, Observation & Aufrkeit - Zuverlässigkeit klärung, Recht und ein Fallbeispiel aus einem realen Auftrag,

Mein Weg zum Jagdschein, Teil 2 Seite 22

Mein Weg zum Jagdschein - Teil 2 >>>>>> MARC ZIERDEN // @) STANDINGVETERAN Zweieinhalb Wochen Intensivkurs. Volle Konzentration von 09:00 bis 18:00 Uhr. Acht Tage auf dem Schießstand, dazu Gesetzestexte, Wildtierkunde, Waffenhandhabung, Naturschutz, Hundewesen — das volle Programm. Der Stundenplan war eng getaktet. Jeden Morgen starteten die Dozenten mit einer Fragerunde, um das Erlemte zu festigen. Keine Schonzeit, kein Leerlauf — volle Aufmerksamkeit. Erst jetzt habe ich so richtig verstanden, wieso Cathrin Knapheide mir ganz klar gesagt hat: Marc du musst die 2500 Fragen aus der Waidwissen APP gelernt haben. Nicht nur einmal durchklicken sondem auch verstehen. PRÜFUNG NACH NIEDERSÄCHSISCHEM RECHT Die Jagdprüfung war in vier Teile gegliedert. PRÜFUNGSTAG 1 - SCHIESSEN ‘Start um 08:00 Uhr. Büchsenschießen (Rehwildscheibe) + Entfernung: 100 m + Waffe: Repetierbüchse mit Zielfernrohr + Anschlag: stehend angestrichen Trapstand mit Flinte * Schuss auf fliegende Tontauben + Unterschiedliche Flugbahnen * 10 von 15 Tontauben müssen getroffen werden Trapstand mit Flinte * Schuss auf fliegende Tontauben Unterschiedliche Flugbahnen + 10 von 15 Tontauben müssen getroffen werden Büchsenschießen — laufender Keiler Entfernung: 50 m Ziel: querbewegliche Keilerscheibe * Laufgeschwindigkeit: ca. 6-8 m/s 5 Schuss, stehend freihändig Hier entscheidet sich, wer sich gut vorbereitet hat und wer auch in einer Prüfungssituation die Nerven behält. Persönliche Meinung: Ich kann nicht ganz nachvollziehen, warum keine Kurzwaffenprüfung abgefordert wird!ßAls fertiger Jager mit allen Genehmigungen bin ich befugt, bei der Jagd eine Kurzwaffe zu führen — also sollte ich diese auch sicher beherrschen! Als fertiger Jäger mit allen Genehmigungen bin ich befugt, bei der Jagd eine Kurzwaffe zu führen - also sollte ich diese auch sicher beherrschen! Direkt im Anschluss folgte die Theorieprüfung: Fünf Fachgebiete mit je 20 Fragen. - Wildtierkunde - Jagdwaffen und Fanggerate - Naturschutz, Hege, Jagdbetrieb - Wildbrethygiene, Hundewesen, Brauchtum - Jagd-, Waffen- und Tierschutzrecht PRÜFUNGSTAG 2 - MÜNDLICH & PRAKTISCH Zu Beginn: Jagdhornsignale auf dem Platz. Wer hier patzt, bekommt eine zweite Chance - vergeigt man auch die, ist der Tag gelaufen. Fünf Stationen, fünf Fachgebiete: Wild, Waffenhandhabung, Wildbret, Naturschutz, Recht. Kurze Szenarien, Revierfragen, Nachsuche, Krankheiten, Erkennen von Enten, Tauben, Schädeln, Gebissen, Spuren, Bäumen, Sträuchern, Greifvögeln - alles kann drankommen. Pro Station rund 20 Minuten Einzelprüfung.%Dank an die erfahrenen Prüfer — ihre kleinen Hinweise an der richtigen Stelle waren Gold wert. Nach dem Rundgang: eine Stunde Warten. Dann kam endlich das Ergebnis. DAS GRÜNE ABITUR = BESTANDEN Cathrin Knapheide, meine Hauptausbilderin und Chefin der Jagdschule Fuchsbau, überreichte mir stolz den Jägerbrief. Ein Moment, der hängen bleibt. Doch bestanden heißt nicht jagdfähig. Nach dem Brief folgen klare, bürokratische Schritte - Pflichtprogramm für jeden Jungjäger. Jagdschein ausstellen lassen: Antrag beim Landratsamt oder der Kreisverwaltung. Erforderlich: Prüfungsbescheinigung, Passbild, Zuverlässigkeitsprüfung (Polizei, Finanz- und Gesundheitsamt). Bearbeitungszeit: 4-12 Wochen. WBK (Waffenbesitzkarte) beantragen: Voraussetzung für den legalen Waffenbesitz. Benötigt werden Zuverlässigkeit, Bedürfnisnachweis und Nachweis der sicheren Aufbewahrung. TRESOR / WAFFENSCHRANK: Nur speziell vorgeschriebene und zertifizierte Sicherheitsstufen sind zulässig. Der Tresor muss vorab nachgewiesen werden — eine Kontrolle ist jederzeit möglich. WAFFEN & MUNITION: Lasst euch auf jeden Fall beraten. Als Jungjäger gibt's überall Rabatte. Jeder hat eine eigene Vorstellung vom Jagen und möchte die Jagd individuell ausüben — hier lohnt sich der Rat erfahrener Jäger. Empfohlen: eine Flinte und eine Büchse. Kurzwaffe? Ja - aber nur mit vorheriger professioneller Einweisung und Ausbildung! - Munition nach Kaliber, Wildart und Distanz wählen. VERSICHERUNG & MITGLIEDSCHAFT: Eine spezielle Jagdhaftpflicht ist Pflicht. Vereine und Gemeinschaften können Türen zu Revieren öffnen. REVIERZUGANG: Jagd braucht Revier - ob eigen, gepachtet oder auf Einladung. Pachtverträge, Abschusspläne, Ordnung: klären! PRAXIS & WEITERBILDUNG: Ansitze, Nachsuchen, Wildbretverwertung, Waffenhandhabung und regelmäBiges Schießtraining, Arbeit mit Hundeführern. ‚KÖNNEN KOMMT VON MACHEN" - MZ DOKUMENTATION & PFLICHTEN: Schuss- und Wartungsnachweise, Versicherungs- und WBK-Belege führen. Behörden dürfen kontrollieren. FAZIT Der Jagdschein ist ein Meilenstein — kein Freifahrtschein. Wer jagt, trägt Verantwortung gegenüber Wild, Natur und Gesetz. Ich habe bestanden — aber das eigentliche Lernen beginnt draußen im Revier. Mit Respekt, Präzision und Haltung, Empfehlung: Besucht einen Kurs, der euch zeigt, wie ihr Mensch und Hund retten könnt, wenn's emst wird. Damit ist kein normaler Erste-Hilfe-Kurs gemeint - das reicht definitiv nicht. WAIDMANNSHEIL Marc Zierden

Freude am Kampf: Lektionen für das zivile Leben Seite 26

Freude am Kampf - Lektionen fur das z vile Leben WWW.CHRISTOPHERWAGNER.COM Das Rüstwerk von Einsatzkräften ist eine perfekte Voraussetzung fürs zivile Leben. Warum? Weil wir es gewohnt sind, Leistung nicht als Option, sondern als Pflicht zu verstehen. Ich selbst hatte immer Freude am Kampf. Das machte vieles für mich zum Selbstläufer, aber. dahinter steckt mehr als nur persönliche Neigung. Für viele Menschen im Zivilen ist Motivation ein permanenter Kampf: sich Neues anzueignen, Routinen zu ändern, den inneren ‘Schweinehund zu überwinden. Bei uns im Einsatz sah das anders aus. Wer in so einer Einheit arbeitet, weiß: An der eigenen Performance hängen oftmals Menschenleben. Diese Klarheit prägt und bleibt. Heute, in meiner Rolle als Unternehmer, sehe ich genau dieses Mindset immer wieder als entscheidenden Unterschied. Viele ehemalige Operator und Behördenmitarbeiter teilen diesen gemeinsamen Zeichenvorrat, der uns von anderen abhebt. Es ist die Verlasslichkeit, die Konsequenz, die Fähigkeit, Verantwortung zu tragen. Und ja, es ist auch die Freude daran, den Kampf anzunehmen — ob im Einsatz oder später im Business. >>> CHRISTOPHER WAGNER // (@) CHRISWAGNER.OFFICIAL Führung ist kein Zufall. Im Einsatz wie im zivilen Leben gilt: Je wichtiger die Lage, desto klarer muss geführt werden. Es darf diskutiert werden, es muss kreativ argumentiert werden. Aber am Ende entscheidet nicht der vielfältigste Stuhlkreis, sondern das vielversprechendste Ergebnis. Wenn es ernst wird, braucht es eine klare Linie. Dann entscheidet nicht die längste Diskussion, sondern stringente Führung. Einer führt, die anderen folgen. Aber immer mit dem Kopf bei der Sache und bereit aus dem Stand übernehmen zu können. Dieses Prinzip, one level up, be prepared, nenn es wie du willst. Wir kennen es aus dem Krieg. Weil man mit Redundanzen arbeiten muss, weil Menschen ausfallen, weil Soldaten sterben. Und irgendjemand muss sofort nahtlos übernehmen. Ist dieses Mindset und grundlegende Verständnis einmal in einem Team gewachsen, dann kann durch die gemeinschaftliche Leistung Unvorstellbares erreicht werden. Das ist kein Selbstzweck, ‚sondern die einzige Art, im entscheidenden Moment gemeinsam zuzuschlagen. Amateurs talk tactics. Professionals talk logistics, and assault is a lifestyle! Theorie und Taktik sind notwendig, keine Frage. Aber irgendwann entscheidet nicht die schönste Lehre auf dem Papier, sondern die Fähigkeit, sie tatsächlich umzusetzen. Ohne Logistik bleibt die beste Taktik eine Übung. Ohne eine funktionierende Supply Chain entstehen nur Geschichten aus dem Training, die auf Dauer nicht tragen. Assault ist ein anderer Spiegel. Er ist aufrecht und direkt. Er bringt die Entscheidung herbei, mit allen Konsequenzen. Assault kann geduldig und raffiniert sein, aber am Ende wird entschieden. Und genau diesen Speed, diese Effizienz und dieses unmittelbare Feedback muss man mögen und aushalten können. Assault is a lifestyle. Und genau darin liegt der Vergleich zum zivilen Business: Auch dort gewinnt nicht die längste Präsentation, sondern das Team, das entschlossen handelt, Ressourcen sauber aufstellt und den Moment zur Entscheidung nutzt Ein weiterer Punkt ist unsere Art der Kommunikation. Früher wie heute musste: ich. in unterschiedlichste Rollen schlüpfen. Und ich erinnere mich gut: Ich war unzählige Male in verschiedenen Botschaften - immer im feinen Zwim, sehr förmlich, immer darauf bedacht, die Etikette zu wahren. Jeder Schritt, jede Geste, jedes Wort auf die Goldwaage gelegt. Doch wenn es knallte, wenn plötzlich Not am Mann war, dann zählte all das nicht mehr. Dann brauchte es keine Diplomatie, sondem unsere knallharte Starke als Emergency Response. Plötzlich war der Anzug weg, und ich stand in 5.11 Hose und Fijällräven-Karohemd, sprach nicht mehr in langen Sätzen, sondern in klaren, direkten Befehlen. Diese Fähigkeit zum schnellen Switch ist etwas, worauf wir gedrillt sind und worauf wir insgeheim immer gewartet haben. Oft habe ich mir die Frage gestellt, warum der Operator so adaptiv unterwegs ist. Warum er immer alles versucht möglich zu machen. Diese Mentalität bietet Vorund Nachteile. Mir fällt es zum Beispiel heute noch schwer, nein zu sagen - zu einer neuen Geschäftsidee, einem Deal oder wenn mich jemand um Hilfe bittet. Kein Problem, lass mal nachdenken ist bei mir fast schon ein Reflex. Während andere noch abwägen, ob und wie, sind wir meistens schon in der Planung voll drin und denken Szenarien durch, die andere erst viel später bewerten. Ja, dadurch können Fehler passieren, das ist normal. Aber eines passiert definitiv nicht: resignierender Stillstand, diese sogenannte Schutzohnmacht. Diesen Antrieb erkläre ich mir eindeutig mit meiner Vergangenheit als Operator. Und genau das verbindet uns alle, die diesen Weg gegangen sind. Darum sage ich klar: Wir Operator sind weit mehr als der dümmliche Begriff Staatsbürger in Uniform. Einsatzkrafte sind vielseitig, gewinnbringend und hervorragend ausgebildet. Sie bringen Skills mit, die im zivilen Umfeld oft unterschätzt werden, bis man sie erlebt. Wenn ich auf die Wege vieler Kameraden nach der aktiven Zeit schaue, bestätigt sich das. Aus unseren Reihen sind Unternehmer hervorgegangen, Raumfahrtexperten, zahlreiche CEOs, Führungskräfte von KMUs, Spezialisten in Behörden oder der Industrie. Und das nicht, weil die Vita allein ein Beweis vergangener Leistungen wäre. Sondern weil der Hunger nach mehr, nach Wandel und Erfolg nicht aufhört. Wir alle wissen: Kameradschaft ist etwas Wundervolles. Sie trägt uns durch Einsätze, sie bleibt auch dann bestehen, wenn die Wege auseinandergehen. Und verdammt ja, ich vermisse sie regelmäßig, In diesem Sinne: an alle Alten, an alle Jungen, an alle, die es mal waren und an die, die es noch werden wollen

Kettlebell-Workout Seite 28

BEN // ) BEN.RNDL FUNF RUNDEN. ZWANZIG WIEDERHOLUNGEN. EINFACH DU, DIE KUGEL UND KEINE AUSREDEN. FIGUR! uFT T DIR er zur ENN DU’S — UNTER en eo, GRIFFKRAFT AM LIMIT,

Die Hundertschaften der Polizeien in Deutschland Seite 29

Die Hunderschaften der der Polizeien in Deutschland >>> LEIF SANDERS // ( ) PEoPLE IN UNIFORM EV Haufig haben wir in diesem Magazin Uber spezielle und spezialisierte Einheiten der Polizeien berichtet. Ob SEK, GSG 9, MEK oder BFE. Das sind die Einheiten, mit denen die Polizeien werben, da sich hier die besten Actionbilder generieren lassen, die Beamten alle groß und beeindruckend wirken. Doch die Polizei ist mehr als diese Einheiten. Sie bietet so viele Facetten und Möglichkeiten, wie wenige andere Arbeitgeber in Deutschland, Über 100 verschiedene Verwendungen gibt es in den Polizeien. Und es gibt 16 Länderpolizeien in Deutschland. Jedes Bundesland hat seine eigene Polizei mit unterschiedlichen Möglichkeiten. Dann gibt es noch die Bundespolizei mit einem vollkommen anderen Aufgabenfeld. Dazu noch das Bundeskriminalamt, den Zoll (der zum Ministerium für Finanzen gehört). In manchen Bundesländern gibt es noch die Polizeibehörden, die Wachpolizei, die Grenzpolizei. Polizei ist vielfältig. Wenn man die Ausbildung/das Studium abgeschlossen hat, dann steht die Erstverwendung an. Nicht überall bedeutet das den Einsatz in einer Hundertschaft. In vielen Polizeien stehen hier schon verschiedene Wege offen, so dass man in die Schutzpolizei, in die Hundertschaft, mitunter auch direkt in die Kriminalpolizei gehen kann. Regelmäßig ist die Erstverwendung mit einer gewissen Verweildauer verbunden, wobei nicht alle Polizeien eine Mindestverweildauer in der Erstverwendung verlangen. Heute soll hier über die Verwendung in einer Hundertschaft berichtet werden. Die Begriffe können sich in den einzelnen Bundesländem etwas unterscheiden, aber die Aufgaben sind sich immer sehr ähnlich. In der Hundertschaft beginnt man als Gruppenbeamter und ist im Schwerpunkt für Versammlungslagen ( Demos") und die Absicherung von Veranstaltungen zuständig. Zu den Veranstaltungen gehören auch die Fussballspiele. Betriebsanlagen aufgrund aktueller, zumeist politischer, Entwicklungen. So werden die Hundertschaften bei dem Transport von Castorbehältern, bei der Sicherung von Betrieben - zum Beispiel Tesla - aufgrund konkreter ‚Gefahren oder zur Umsetzung von Räumungen, hier ist der Hamacher Forst ein Beispiel, eingesetzt. Aber auch bei Naturkatastrophen kommt die Hundertschaft zum Einsatz. Die Absicherung von Staatsbesuchen ist eine weitere Aufgabe. Außerdem wird die Hundertschaft zur Unterstützung der Kriminalpolizei oder des Landeskriminalamtes in besonderen Lagen häufig angefordert. Mitunter gibt es auch Unterstützungsdienste für den Wachdienst, also die Schutzpolizei. In der Hundertschaft gibt es verschiedene Spezialisierungen, die man dann, meist bei längerer Verwendung, einschlagen kann. Es gibt einen Zugtrupp, der den Zugführer bei der Führung unterstützt. Es gibt Sanitäter. Oder eben den Führungsdienst in der Hundertschaft, der den Hundertschaftsführer bei der Planung und Organisation von Einsätzen unterstützt. Natürlich ist auch die BFE eine Spezialisierung. Zu den Hundertschaften gehören in der Regel die SonderKFZ, für die man eine besondere Ausbildung braucht. Bekannt sind hier die Wasserwerfer oder Räumfahrzeuge, aber es gibt auch Gefangenentransporter, Lautsprecherwagen, Materialwagen und ähnliches. Je nach Organisation in dem Bundesland sind diese direkt an die Hundertschaften angebunden oder zentral organisiert. Das hängt von der Größe der Polizei oder der Fläche in dem jeweiligen Bundesland ab. Der Dienst in einer Hundertschaft ist ein Dienst in der Gemeinschaft. Die Stärke der Hundertschaft ist die Gruppe, das Gefüge, das gemeinsame Handeln. Hier steht der Einzelne für die Kollegen rechts und links ein und nur zusammen kann der Job erledigt werden. Trotzdem ist genug Platz, um seine Individuellen Stärken einzubringen. Die Schwächen können gut durch die Kollegen ausgeglichen werden und so ergänzt man sich. Denn am Ende steht als Ziel: Ein sauberer und guter Hundertschaftseinsatz. In der nächsten Ausgabe: Der Wachdienst in der Polizei.