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Titelseite RAID Magazin Ausgabe 07

Ausgabe 07

2. Nationaler Veteranentag

2026 · Deutsch · 36 Seiten

In dieser Ausgabe

  1. S. 4Schulter an Schulter: Deutschland und seine VeteranenVeteranen
  2. S. 6Wehrpflicht, Fronteinsatz und differenzierte DiskussionBundeswehr
  3. S. 8Der Wachdienst bei der PolizeiPolizei
  4. S. 10Erfahrung versus NostalgieTraining & Mindset
  5. S. 12Vom Fallschirmjäger zum Gladiator im OktagonSzene & Events · Training & Mindset
  6. S. 16Rückblick Enforce Tac Village 2026Szene & Events
  7. S. 20Conjugate TacticalTraining & Mindset
  8. S. 22Kampfretter der LuftwaffeBundeswehr · Taktische Medizin
  9. S. 26Warum Orientierung entscheidetTraining & Mindset
  10. S. 28Wer verwundet wird, verdient AnerkennungVeteranen · PTBS · Bundeswehr
  11. S. 30Hypothermia Prevention ist kein Nice to haveTaktische Medizin
  12. S. 32Einsatzfähig ohne ReserveBundeswehr · Ausrüstung
  13. S. 34Spähtrupps auf zwei RädernBundeswehr
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Schulter an Schulter: Deutschland und seine Veteranen Seite 4

Schulter an Schulter - Deutschland-und seine Veteranen DANKE FUR EUREN DIENST! Es gibt Länder, in denen ein Veteran auf der Straße erkannt wird. In denen ein Nicken, ein kurzes ,Thank you for your service" selbstverstandlich ist — nicht als Floskel, sondern als echte gesellschaftliche Haltung. Deutschland war lange Zeit nicht eines davon. Während Veteranen etwa in den USA hohes gesellschaftliches Ansehen genossen, wurde die Bundeswehr in der deutschen Nachkriegsgesellschaft lange Zeit nicht als selbstverstandlicher Bestandteil eben dieser Gesellschaft gesehen. Die Gründe dafür sind bekannt, die Last der Geschichte schwer — und dennoch hat sie dazu geführt, dass Hunderttausende Menschen, die für dieses Land gedient, gelitten und manche alles gegeben haben, jahrzehntelang in einer Art gesellschaftlichem Niemandsland lebten. Weder angemes- ‚sen gewürdigt noch wirklich verstanden. Als Ende Juni 2021 die letzten deutschen Soldaten aus Afghanistan zurückkehrten, bekam es kaum jemand mit. Kein Politiker empfing die Frauen und Männer am Flughafen, die zum Teil mehrere Jahre am Hindukusch für uns alle ihre Gesundheit und ihr Leben riskiert hatten..Manche haben es auch verloren. Das war kein Versehen. Das war das Spiegelbild einer Gesellschaft, die ihren Blick auf den Militärdienst noch nicht gefunden hatte. Vorwärts Zehn Millionen — eine Zahl, die spricht Veteranin oder Veteran der Bundeswehr ist, wer als Soldat im aktiven. Dienst steht oder ehrenhaft aus ihm ausgeschieden ist- unabhängig von Dienstzeit, Einsatz ‚oder Funktion. Nach dieser Definition zählt Deutschland rund zehn Millionen ‘Veteranen. Zehn Millionen Menschen, die Verantwortung übernommen haben, als andere es nicht taten. Die in Kasernen, in Krisengebieten, auf Schiffen und in Lazaretten ihren Dienst getan haben und danach oft allein damit waren. Sie bringen Erfahrung, Kameradschaft und manchmal auch Leid mit. Ihr Dienst verdient nicht nur Respekt, sondern auch ‚Aufmerksamkeit für ihre Geschichten, Bedürfnisse und Perspektiven. In Deutschland ist der Begriff Veteran noch immer nicht so geläufig wie in anderen Ländern. Gaben im Jahr. 2012 nur 28 Prozent der Bevölkerung an, den Begriff Veteran in einem aktuellen Kontext gehört zu haben, waren es 2022 bereits 57 Prozent. Ein Fortschritt aber auch ein Maßstab dafür, wie viel noch zu tun bleibt. Ein Beschluss, der lange auf sich warten ließ Spätestens seit 2010 wurde in Deutschland über die Einführung eines Veteranentages diskutiert. Umstritten war dabei vor allem die Definition des Begriffs , Veteran" selbst. Eine Debatte, die symptomatisch ist: Jahrelang rang die Politik sogar darum, wen man überhaupt gemeint hatte,-wenn man von denen sprach, die gedient hatten. Am 25. April 2024 beschloss der Bundestag schließlich mit breiter Mehrheit, den 15. Juni zum jährlichen nationalen Veteranentag zu erklären. Das Datum ist kein Zufall — das Veteranenabzeichen der Bundeswehr wurde genau an diesem Tag im Jahr 2019 zum ersten Mal verliehen. 2026 steht der Veteranentag unter dem Motto Veterans, Family und Friends" — damit wird der Blick nicht. nur auf die Veteranen selbst gerichtet, sondern ausdrücklich auch auf. ihre Familien und Wegbegleiter. Denn sie sind es, die den Soldaten außerhalb der Streitkräfte Halt geben und in vielen Fällen deren engagierten Dienst erst ermöglichen. Ein Zeichen, das überfällig war. Rückblick - 14. Juni 2025 Ein Denkmal aus der Truppe, für die Truppe Einen Tag vor dem ersten offiziellen Veteranentag geschah auf dem Gelände des Operativen Führungskommandos in Potsdam etwas, das in seiner Schlichtheit mehr sagte als jede Parlamentsdebatte: Das erste von Soldaten selbst finanzierte Einsatzveteranendenkmal der Bundeswehr wurde mit einer feierlichen Zeremonie eingeweiht. Getragen von Spenden und dem Erlös der Afghanistan-Coins 2021, geplant und organisiert von Catherina Lehmann & Marc Zierden - zwei Initiativen, die wissen, was es bedeutet, gedient zu haben. Seine Inschrift lässt keinen Zweifel Yaran, wem es gilt: Respekt für deine Kameradschaft, Tapferkeit und Treue im Einsatz." Kein staatlicher Auftrag, kein Ministeriumsbeschluss. Ein Denkmal, das die Truppe sich selbst gesetzt hat — weil niemand sonst es getan hatte. wo Kameradschaft keine Erklärung braucht Den Auftakt zum Festwochenende 2026 macht die Guardians League Germany mit ihrem Veteranen Open Air bereits zum zweiten Mal. Am Samstag, dem 20. Juni, öffnet der Campingplatz Himmelreich auf der Wentorf-Insel bei Caputh. Die Guardians League Germany ist ein gemeinnütziger Verein aus aktiven und ehemaligen Soldaten, Polizisten, Feuerwehrleuten und Rettungssanitatern, die Angehörigen dieser Berufsgruppen und ihren Familien schnell und unbürokratisch helfen, wenn der Dienst Spuren hinterlässt. Kein staatliches Programm, keine Hochglanzveranstaltung, sondem Menschen, die wissen, wovon sie reden, und genau deshalb den richtigen Rahmen schaffen. Am Tag darauf findet die Zentralveranstaltung des 2. Nationalen Veteranentages rund um das Reichstagsgebäude in Berlin statt. Podiumsdiskussionen, Bühnenprogramm, das Veteranendorf mit Verbänden und Organisationen aus dem ganzen Land. In jedem Bundesland finden ergänzend weitere Veranstaltungen statt entweder am Wochenende vor oder nach dem 15. Juni. Deutschland ist spät dran. Aber es kommt an. Und wer am 20. oder 21. Juni dabei ist, ist Teil von etwas, das gerade erst beginnt und längst hätte beginnen sollen.

Wehrpflicht, Fronteinsatz und differenzierte Diskussion Seite 6

WEHRPFLICHT, FRONTEINSATZ UND DIE FÄHIGKEIT ZUR DIFFERENZIERTEN DISKUSSION Vor einigen Wochen habe ich auf meinen Social Media Kanälen einen Beitrag: zur. Wehrpflicht veröffentlicht. Nicht, weil ich Menschen von einer bestimmten politischen Position überzeugen wollte, sondern weil ich einen Gedanken teilen wollte. ‚Auslöser war ein Kommentar unter einem meiner Beiträge. Die Aussage war einfach: Wehrpflicht bedeute letztlich Fronteinsatz. Für den Verfasser waren beide Begriffe nahezu identisch. Genau dieser Gedanke hat mich beschäftigt. Vielleicht liegt es an meiner eigenen Biografie. Ich habe von 2013 bis 2024 bei der Bundeswehr gedient, die letzten acht Jahre davon beim Kommando Spezialkräfte. Diese Zeit hat meinen Blick auf Sicherheit, Verantwortung, Führung und gesellschaftlichen Zusammenhalt geprägt. Nach meiner Dienstzeit war ich zusätzlich etwa ein Jahr in der Rüstungsindustrie tätig. Ehrlicherweise bin ich damals davon ausgegangen, dass viele Prozesse deutlich schneller verlaufen würden. Die öffentliche Debatte vermittelt seit 2022 häufig ein Bild höchster Dringlichkeit. Die praktische ‘Umsetzung wirkt jedoch oftmals langsamer, als viele Menschen vermuten würden. Das wäre allerdings ein eigenes Thema. Für die Frage der Wehrpflicht ist etwas anderes entscheidend: Sicherheitspolitik besteht aus deutlich mehr Facetten als der ‚einfachen Gleichung Wehrpflicht gleich Fronteinsatz. Moderne Streitkräfte bestehen nicht ausschließlich aus kämpfenden Einheiten. Hinter jeder militärischen Operation stehen Logistik, Kommunikation, Sanitätsdienst, Technik, IT, Infrastruktur und Verwaltung. Ohne diese Bereiche würde kein einziger Einsatz funktionieren. Denn ich selbst bin heute Familienvater. Würde ich Stand heute dafür stimmen, meine eigenen Kinder verpflichtend zur Bundeswehr zu schicken? Wenn ich ehrlich bin, wahrscheinlich eher nicht. Das hat allerdings weniger mit einer Ablehnung der Bundeswehr zu tun als mit den Möglichkeiten, die meine Kinder heute haben. Die Bundeswehr war und ist für viele Menschen ein Ort, an dem sie Orientierung, Struktur, Verantwortung und Chancen finden. Auch ich selbst bin nach meinem Grundwehrdienst bewusst zur Bundeswehr zurückgekehrt und habe dort einen großen Teil meines Lebens verbracht. Rückblickend war das für mich die richtige Entscheidung Gleichzeitig wünsche ich mir für meine Kinder zunächst, dass sie die zahlreichen Möglichkeiten nutzen, die ihnen außerhalb militärischer Strukturen offenstehen. Solange sie ihr Potenzial in Bildung, Sport, Unternehmertum, Handwerk oder anderen Bereichen entfalten können, würde ich diesen Weg bevorzugen. Trotzdem halte ich es für problematisch, wenn jede Diskussion darüber bereits im Ansatz beendet wird, indem man ausschließlich auf das Bild des Fronteinsatzes verweist. Zwischen bedingungsloser Zustimmung und kategorischer Ablehnung gibt es zahlreiche Grautöne. Es geht letztlich um die Frage, ob wir in Deutschland noch in der Lage sind, komplexe Themen differenziert zu betrachten. Ob wir Argumente prüfen können, ohne sie sofort einer politischen Schublade zuzuordnen. Ob wir zuhören können, ohne direkt in Zustimmung oder Ablehnung zu verfallen

Der Wachdienst bei der Polizei Seite 8

Der Wachdienst bei der Polizei Allrounder zwischen Verkehrsunfall, Tatort und Terrorlage >>>>>>> 1. ANDERS // (@) WACHTMEISTER S ANDERS Wenn Menschen an die Polizei denken oder an den Kindheitstraum, Polizist zu werden, denken viele zuerst an Streifenbeamte: Je nach Bundesland heißt dieser Bereich Wach- und Wechseldienst, Wachdienst, Einzeldienst oder Streifendienst. Gemeint ist meist dasselbe: die Polizei auf der Straße - und damit der sichtbarste Teil der Polizeiarbeit. Doch was umfasst der Aufgabenbereich des Wachdienstes eigentlich? Die kurze Antwort: nahezu alles. Streifenbeamte sind die Allrounder der Polizei - das sprichwörtliche Schweizer Taschenmesser. Sie müssen von vielen Fachgebieten zumindest die Grundlagen beherrschen: von Verkehrsunfallaufnahmen über Anzeigenaufnahmen bis zur Arbeit am Tatort. Sie leisten Hilfe in Notlagen, bearbeiten Straftaten, übernehmen Verkehrssicherheitsarbeit und stehen bei lebensbedrohlichen Einsatzlagen (LebEL) an vorderster Front. Zum Aufgabenfeld gehören Verkehrskontrollen, Konfliktsituationen, Fahndungen, kleinere Versammlungslagen, häusliche Streitigkeiten oder die Unterstützung bei schweren Straftaten. Die. Beamten arbeiten im Schichtdienst - rund um die Uhr, an Wochenenden und Feiertagen. Es sind diejenigen, die kommen, wenn jemand die 110 wählt Eine zentrale-Aufgabe des Streifendienstes ist der sogenannte erste Angriff‘, also die Durchführung unaufschiebbarer Sofortmaßnahmen am Einsatzort. Dazu gehören unter anderem. Gefahrenabwehr, Tatortabsicherung, erste. Spurensicherung, Zeugenbefragungen sowie Entscheidüngen darüber, welche weiteren Kräfte oder Spezialisten benötigt werden. Für’umfangreiche kriminaltechnische Untersuchungen sind grundsätzlich Fachbereiche zuständig. Dennoch verfügen viele Streifenbeamte über Grundkenntnisse und Ausrüstung, um erste Maßnahmen selbst durchführen zu können. Geht ein Notruf ein, liegt es zunächst in ihrer Verantwortung, alles Erforderliche einzuleiten - bis weitere Kräfte übernehmen. Ein weiterer großer Bestandteil der Arbeit ist die Verkehrssicherheitsarbeit. Polizeibeamte kontrollieren Verkehrsteilnehmer, decken Ordnungswidrigkeiten und Straftaten auf und greifen bei Gefahrensituationen ein Dabei hören sie nicht selten den Satz: Können Sie nicht mal ein Auge zudrücken? Teilweise besteht Ermessen. Doch ohne Konsequenzen bleibt häufig auch der Lerneffekt aus. Verkehrssicherheit ist kein Selbstzweck: In Deutschland ereignen sich jede Minute 4-5 Verkehrsunfälle, täglich sterben 8 Menschen im Straßenverkehr. Hauptursachen schwerer Unfälle sind unter anderem überhöhte Geschwindigkeit, Vorfahrtsverstöße, Alkohol- oder Drogeneinfluss sowie Ablenkung — etwa durch Mobiltelefone. Kontrollen dienen deshalb nicht allein der Ahndung, sondern vor allem der Prävention. Bei Straftaten besitzen Polizeibeamte hingegen kein Ermessen. Hier gilt das Legalitätsprinzip: Straftaten müssen verfolgt werden. Streifenbeamte sind häufig die ersten am Einsatzort - auch bei lebensbedrohlichen Situationen. Nach schweren Gewalttaten wurden bundesweit Konzepte eingeführt, die vorsehen, dass Streifenbesatzungen nicht mehr ausschließlich absperren und auf Spezialeinheiten warten, sondern unmittelbar intervenieren. Nach dem Anschlag auf den Berliner Weihnachtsmarkt 2016 wurden diese Konzepte weiterentwickelt und an sogenannte lebensbedrohliche Einsatzlagen angepasst. Ein Arbeitstag kann völlig unterschiedlich verlaufen: Verdacht der Trunkenheit im Verkehr - Fahrzeug kontrollieren, Maßnahmen einleiten Kurz darauf ein Wohnungseinbruchdiebstahl: Anzeige aufnehmen, Tatort sichern, Kriminaltechnik anfordern. Auf Streife folgt eine Verkehrskontrolle - Feststellung des Fahrens ohne Fahrerlaubnis, Anzeige schreiben, Weiterfahrt untersagen. Dann ein Verkehrsunfall ohne Verletzte: aufnehmen, dokumentieren, absichern Währenddessen löst eine Bank Überfallalarm aus. Mehrere Streifenwagen fahren an - Fehlalarm. Der nächste Einsatz: Ladendiebstahl mit Widerstand gegen den Detektiv. Neue Strafanzeigen, neue Maßnahmen. Zwischen Einsätzen werden Schutzobjekte überprüft, Präsenz gezeigt und Vorgänge abgeschlossen. Und irgendwo dazwischen: Essen, Trinken, Toilette. Ein weit verbreitetes Vorurteil lautet, Polizeibeamte würden Schreibarbeit vermeiden wollen Tatsächlich gehört Dokumentation zu den wichtigsten Bestandteilen der Arbeit. Anzeigen und Berichte bilden die Grundlage späterer Verfahren. Zur persönlichen Ausstattung gehören - abhängig vom Bundesland - unter anderem Schutzweste, Dienstpistole, Handfessel, Funkgerät, Pfefferspray, Einsatzstock, Bodycam und Dienstmobiltelefon. Teilweise kommen Distanzelektroimpulsgeräte hinzu. In Einsatzfahrzeugen befinden sich häufig zusätzlich Langwaffen, Helme, höherwertige Schutzwesten, IFAK, Material zur Spurensicherung und Ausrüstung zur Verkehrsabsicherung. Der Streifenwagen ist damit weit mehr als ein Transportmittel - er ist Büro, Arbeitsmittel und Einsatzplattform zugleich. Der Wachdienst ist der sichtbarste und vielseitigste Bereich der Polizei. Streifenbeamte bewegen sich täglich zwischen Hilfeleistung, Ermittlungsarbeit, Verkehrsüberwachung und gefährlichen Einsatzlagen. Meist sind sie die Ersten vor Ort - oft in Situationen, in denen Menschen Schutz, Unterstützung oder schnelle Entscheidungen benötigen.

Erfahrung versus Nostalgie Seite 10

ERFAHRUNG VERSUS NOSTALGIE Die taktische Community auf Social Media ist ein interessanter Ort..Es gibt wohl kaum’einen anderen Begegnungsraum, der es einem altgedienten Pionier. mit Kosovoerfahrungen ermöglicht sich mit einem Fallschirmjäger und Afghanistanveteranen fachlich auszutauschen. An einem guten Tag gesellt sich zu dem Gespräch dann ein Polizist dazu, der sich noch in der Ausbildung befindet, nur damit sich daraufhin noch ein Einheitsführer aus einer BFE in die Diskussion einschaltet. Dies sind die guten, verbindenden Momente in denen Ich dankbar bin, dass immer mehr Menschen über ihre Profession reden und den Austausch suchen - quasi ein virtuelles am Lagerfeuer Sitzen und lehrreiche Geschichten erzählen‘. Dann gibt es aber auch die anderen Momente, die Kehrseite der Medaille...und genau darüber möchte ich meine Gedanken mit euch teilen. Wer bin ich überhaupt? Ich bin Max. Zum Zeitpunkt des Artikels 37 Jahre alt und arbeite als Personenschützer in der freien Wirtschaft. Außerdem bin ich Ausbilder bei Operative Fähigkeiten und dort für den gesamten Bereich Behördennahkampf und Selbstverteidigung zuständig. Davor war ich Polizeitrainer beim Bundeskriminalamt, davor Hauptfeldwebel und Fallschirmjäger in Seedorf. Ich hatte das Privileg 2010 und 2013 zwei Auslandseinsätze in Afghanistan mitzunehmen. In meiner Freizeit findet man mich vermutlich schwitzend auf irgendeiner Matte. Ich mache Kampfsport seit ich fünf Jahre alt bin, habe professionell MMA gekämpft und mittlerweile versuche ich jedes mögliche BJJ/Grappling Turnier mitzunehmen. All diese Dinge sorgen.dafür; dass ich extrem vielen, interessanten Menschen begegne. Das wiederum bedeutet, dass ich viele Geschichten über Vergangenes höre. Sei es das Free Fight Turnier vor 30 Jahren oder eben auch der Auslandseinsatz in den 90ern Ich finde es wichtig, solche Geschichten zu hören und den damaligen Leistungen Respekt zu zollen und dazu bieten uns auch die sozialen Medien die Möglichkeit: Altes wieder aufleben zu lassen und gebührend zu hononieren, Nichts desto trotz ist Vergangenes eben genau das... vergangen. Es ist nicht aktuell. Leistungen die vor 20 Jahren erbracht worden sind, wirken sich in der Gegenwart nicht aus. Und hier kommen wir an den Pünkt, wo vermeintliche Erfahrung gefährlich werden Kann) Die Frage, die sich alle Ehemaligen, Veteranen) Und alte Hasen stellen müssen ist folgende: Möchte ich meine Identität ausschließlich auf dem begründen, was ich eventuell mal war aber nicht mehr bin? Nahezu jedes Mal, wenn ich auf Social Media über das Kämpfen, Sport, Schießen oder Taktik rede, kommt es unweigerlich zu Kommentaren oder Nachrichten von Menschen die mir sagen, was sie früher alles konnten oder waren. Und jetzt? Was kannst du jetzt noch? Wann warst du das letzte Mal auf der Matte? Wann hast du das letzte Mal eine’ Waffe in die Hand genommen? Wann hast dülzuletzt strukturiert deine Fähigkeiten trainiert?-Die,Antworten sind meist ernüchternd, oftmals sogar beschämend. Nicht zuletzt, weil sie Ausreden sind: Verletzungen, Familie, Kinder, Verpflichtungen... Viele schaffen es nicht mal ansatzweise gegen den unweigerlichen Verfall der Fähigkeiten anzukämpfen. Versteht mich nicht falsch. Ich weiß, dass sich im Leben die Prioritäten andem, der Fokus wechselt und man bei weitem nicht mehrdie Kapazitäten für die Dinge aufbringen kann, die einen mit Mitte Zwanzig als Operator definiert haben. Aber die Frage, die ich mir oftmals stelle ist folgende: Wie viel ist all meine Erfahrung wert, wenn ich nur einen Bruchteil dessen noch anwenden kann? Was bringt es mir, wenn ich früher mal ein Tourniquet in 20 Sekunden anlegen konnte aber jetzt nicht mal mehr weiß, wie man eines bedient? Was habe ich davon, wenn ich früher in einem Käfig mit einem anderen Menschen kämpfen konnte aber heutzutage nichttmallmehr einen 14-Jährigen am Handtaschendiebstahl hindern könnte? Welche Relevanz hat meine körperlich herausragende Fitness jemals gehabt, wennlich heutzutage keine Treppe laufen kann, ohnejäußerAtem zu sein? Die Antwort auf die obigen Fragen ist der entscheidende Unterschied zwischen Erfahrung oder bloßer Nostalgie bzw. Erinnerung. Erlebtes wird nur dann zu Erfahrung, wenn meine Fähigkeiten ausreichen, eine AKUTE Situation zu bewältigen. Ein einfaches Beispiel: Ein erfahrener Boxer ist nur dann einer, wenn er immer noch boxen kann. Er hat viele Kämpfe bestritten UND trainiert immer noch, um sein Erlebtes zu Erfahrung zu transformieren. Wenn er aufhört zu trainieren, seine Fähigkeiten nahezu komplett verliert, werden seine Kämpfe zu Erinnerungen, mehr nicht. Und wäre es nicht auch sinnvoll, gewisse Fähigkeiten zu erhalten, selbst wenn ich längst nicht mehr taktisch arbeite? Ich fordere euch heraus, euch bewusst die folgenden Fragen zu stellen‘ Könnte ich meine Familie mit meinen derzeitigen Fähigkeiten. verteidigen? Könnte ich jemandem bei einem schweren Autounfall erste Hilfe. leisten? Könnte ich meine Partnerin aus einem verunfallten Fahrzeug tragen? Könnte ich zumindest weglaufen, wenn es gefährlich wird? habe ich das alles eigentlich jemals in den letzten Jahren trainiert oder auf die Probe gestellt? Und wenn ihr diese Fragen verneinen müsst, habe ich schlechte Nachrichten für euch: Eure Erfahrung‘ ist nichts weiter als Nostalgie, eine Erinnerung an früher Erlebtes, die nicht mehr anwendbar ist. Da draußen gibt es sie, die positiven Beispiele. Die Rosis, die Bas Ruttens...Ich seh in den BJJ Gyms dieser Welt immer wieder Familienväter. Bei den Kursen von Operative Fähigkeiten gibt es ständig ehemalige, ältere Operator, die noch lemen wollen oder ihre Fähigkeiten auffrischen. Natürlich sind diese Menschen nicht mehr so explosiv, spritzig oder scharf, wie sie vor 10 oder 20 Jahren waren. Aber jetzt können die gemachten Erfahrungen auf einem Fundament an Fähigkeiten aufbauen und damit wird Erfahrung zu einer echten Waffe! AbschlieBen möchte ich mit einem Appell: Egal, wo ihr im Leben steht. Egal, welche Profession ihr mittlerweile ausübt. Egal, welche Lebensumstände euch mittlerweile einnehmen. Geht trainieren! Seht Training nicht als Zeitfresser im Alltag an, sonder als notwendige Bereicherung. Ich verspreche euch, ihr werdet bessere Väter, bessere Ehemänner und besser im Job wenn ihr trainiert. Kampfsport lehrt euch vor allem eines: Problemlösung unter Stress und Druck. Welcher Berufsalltag würde davon nicht profitieren? Kraftsport macht euch resilient, vital und stark. Welche Familie würde davon nicht profitieren? Ausdauersport lehrt euch Geduld und einen langen Atem. Welcher familiäre Konflikt würde davon nicht profitieren? In diesem Sinne: Train hard - Fighteasy live easy.

Vom Fallschirmjäger zum Gladiator im Oktagon Seite 12

VOM FALLSCHIRMJÄGER ZUM GLADIATOR IM OKTAGON Patrick Vespaziani ist niemand, der laut erklären muss, wer er ist. Zwei Meter groß, Schwergewicht, OKTAGON MMA - das sagt meistens schon genug. Doch wenn man genauer hinsieht, wird schnell klar: Hier steigt nicht einfach nur ein Athlet in den Käfig, sondern jemand, den seine Erfahrungen geprägt haben. Der 33-Jährige aus Frankfurt war acht Jahre lang Fallschirmjäger bei der Bundeswehr. Ein Lebensabschnitt, der ihn bis heute sichtbar und spürbar prägt. Disziplin, Kameradschaft, Belastbarkeit - solche Dinge legt man nicht einfach mit der Uniform ab. Nach meiner aktiven Dienstzeit habe ich im MMA eine neue Leidenschaft gefunden. Aber die Werte, die ich bei der Bundeswehr gelernt habe, sind bis heute ein Teil von mir‘, sagt Vespaziani. Kein Spruch. Kein Marketing. Er lebt genau das. Im Oktagon kämpft er unter dem Namen Il Gladiatore . Und ja - der Name hält, was er verspricht; Wer seinen Walk-In einmal erlebt hat, versteht sofort warum. Militärische Elemente, epische Musik, klare Rituale. Wenn Vespaziani stehen bleibt, salutiert und Auf die Helme! ruft, antwortet die ganze Halle geschlossen mit: Honor and Strength! Für ein paar Sekunden fühlt sich jede Arena wie ein modernes Kolosseum an. Selbst die großen Medien konnten das nicht ignorieren. Nach seinem Walk-In bei OKTAGON 78 in Köln schrieb RTL Sport: Epischer Einlaufl Patrick ‚Il Gladiatore‘ Vespaziani verwandelt die Lanxess Arena in ein Kolosseum.* Treffender'kann man es kaum formulieren. Trotz der ganzen Inszenierung ist Vespaziani weit entfernt davon, ein abgehobener‘Showman zu sein. Der Wechsel: vom - Soldaten. zum professionellen MMA-Kämpfer wirkte bei ihm fast logisch. Nach seiner Dienstzeit ging er mit derselben Konsequenz ins Trai- ‘ning; mit der er früher aus Flugzeugen gesprungen ist. Im Frankfurter Gym MMA Spirit fand er genau das richtige Umfeld: hartes Training, klare Strukturen, kein unnötiges Gerede. >>>>>>> RAID MAGAZIN // (@) PATRICKVESPAZIANI Sein Kampfstil ist explosiv, druckvoll und kompromisslos. Viel Stand-Up, Kickbox-Elemente und permanenter Vorwärtsdruck. II Gladiatore kämpft nicht auf Punkte - er kämpft, um den Kampf zu beenden. Und genau so begann auch seine Karriere. Schon in regionalen Ligen machte sich Vespaziani schnell einen Namen. Jeder Sieg kam vorzeitig. Keine einzige Punktentscheidung. 100 Prozent Finish-Quote. Das spricht für sich. Ende 2024 kam dann der Anruf von OKTAGON MMA. Sein Debüt folgte bei OKTAGON 64 in München, Gegner war der bis dahin ungeschlagene Sebastian Herzberg. Große Bühne, tausende Zuschauer - und keinerlei Nervosität. In Runde zwei fügte Vespaziani Herzberg per TKO die erste Niederlage seiner Karriere zu. Auftrag erledigt 2025 nahm die Dynamik weiter Fahrt auf. Bei OKTAGON 71 in München brauchte er gerade einmal 41 Sekunden, um Jovan Zeljkovié am Boden zu stoppen. Mit jedem weiteren Auftritt festigte sich sein Ruf: Wenn Vespaziani kämpft, wird es entweder kurz - oder brutal. Meistens beides. Das bisherige Highlight folgte bei OKTAGON 78 in Köln in der Lanxess Arena. 20.000 Zuschauer. Noch ein legendarer Walk-In. Noch einmal pure Gänsehaut. Und auch im Kampf selbst gab es keine Diskussionen. Gegen den erfahrenen Olutobi ‚Mad Dog Kalejaiye beendete Vespaziani den Kampf nach 2:23 Minuten der ersten Runde mit hartem Ground-and-Pound und Ellenbogen. Ein echtes Statement vor heimischem Publikum. Danach stand er auf Platz drei der Schwergewichtsrangliste. Der nächste Schritt folgte schnell. Dezember 2025. OKTAGON 81. O2 Arena in Prag Gegner: Publikumsliebling Daniel Skvor, der extra für diesen Kampf ins Schwergewicht gewechselt war. Ein Duell zweier Giganten vor 18.000 Zuschauern Vespaziani machte das, was er immer macht: Druck aufbauen, nach vorne marschieren, das Finish suchen. Doch diesmal nahm der Kampf eine andere Wendung Mitte der zweiten Runde geriet er in einen Guillotine Choke und verlor. Zum ersten Mal musste er im Käfig von OKTAGON Lehrgeld zahlen. Doch was danach passierte, sagt mindestens genauso viel über ihn aus wie all seine Siege zuvor. Kein Drama. Keine Ausreden. Keine Show. Stattdessen salutierte er seinem Gegner, bedankte sich bei den Fans - und aus den Rängen kam sofort die Antwort: Wir sind trotzdem stolz auf dich. Und Vespaziani? Kopf hoch. Ruhig. Gefasst. Mit dem klaren Versprechen, stärker zurückzukommen. Genau das zeichnet ihn aus. Patrick Vespaziani ist kein unfehlbarer Held, sondem jemand, der Rückschläge einordnet und daran wächst Bodenständig im Privatleben, diszipliniert im Training und kompromisslos im Käfig. Ein Kämpfer, der abliefert, ‚ohne etwas darzustellen, das er nicht ist. Sein Weg vom Fallschirmjäger zum professionellen MMA-Kämpfer zeigt, dass Stärke mehr ist als reine Muskelkraft. DIE REISE IST NOCH LANGE NICHT VORBEI. Eines ist sicher: II Gladiatore wird diesen Weg mit Stolz weitergehen.

Rückblick Enforce Tac Village 2026 Seite 16

Rückblick Enforce Tac Village 2026 >>>>>>> RAID // [G) RAID.MAGAZıN =NFORC=TAC Die Enforce Tac 2026 hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark sich die europäische Sicherheits- und Verteidigungsbranche aktuell verändert. Was vor einigen Jahren noch eine spezialisierte Fachmesse war, hat sich inzwischen zu einer der wichtigsten Plattformen Europas für Polizei, Militär, Behörden, Spezialkräfte, Industrie und Innovation entwickelt. Mit über 1.400 Ausstellern aus 45 Nationen und rund 26.500 Fachbesuchern aus über 100 Ländern erreichte die Enforce Tac 2026 neue Rekordzahlen. Im Vergleich zum Vorjahr mit 998 Ausstellern und 18.576 Besuchem ist das ein massiver Wachstumsschritt, der die aktuelle Entwicklung der Sicherheits- und Verteidigungsbranche deutlich widerspiegelt. Auch die Messeflache wächst kontinuierlich. Während die Enforce Tac 2025 bereits auf über 47.000 Quadratmeter erweitert wurde, standen 2026 mehr als 60.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Für 2027 sind bereits knapp 73.000 Quadratmeter in insgesamt acht Hallen angekündigt. Doch Zahlen allein erzählen nicht die ganze Geschichte. Gerade in Zeiten. zunehmender geopolitischer Spannungen, hybrider Bedrohungen und wachsender Anforderungen an Polizei, Militär und Sicherheitsbehörden zeigtsich; wie wichtig der direkte Austausch zwischen: Anwendern und Industrie geworden ist. Genau dafür stehf die Enforce Tac. Und auch das Enforce Tac Village trägt einen großen Teil zum Erfolg der Messe bei. Ein besonderer Anziehungspunkt war erneut das Enforce Tac Village. Während auf klassischen Messeständen Produkte präsentiert werden, werden im Village Fähigkeiten dargestellt, Systeme werden nicht nur gezeigt, sondern in realitätsnahen Einsatzszenarien eingesetzt. Kommunikation, Aufklärung, medizinische Versorgung, Führungsfähigkeit, Sensorik und Mobilität werden dort miteinander verbunden und praktisch demonstriert. Genau dieser Ansatz macht das Village für viele Besucher zu einem der spannendsten Bereiche der gesamten Messe. Für die Szenarien waren die OF - Operative Fähigkeiten GmbH sowie die Airborne Medical Group - AirMeG GmbH verantwortlich. Auch die Operator sind Teil der Teams von OF & AirMeG und bestehen aus aktiven beziehungsweise ehemaligen Soldaten und Polizisten - teilweise aus spezialisierten Einheiten. Für uns war das Village weit mehr als nur eine Präsentationsfläche. Es war ein Treffpunkt für Anwender, Ausbilder, Behördenvertreter, internationale Partner und Hersteller. Innerhalb weniger Tage entstanden Gespräche und Kontakte, für die man sonst Monate oder sogar Jahre benötigen würde. Gerade im Bereich taktische Ausstattung, Drohnen, taktische Medizin sowie K9-Medizin war das Interesse spürbar größer als in den vergangenen Jahren. Europas Sicherheitsbranche wächst zusammen Was auf der Enforce Tac 2026 ebenfalls deutlich wurde: Die europäische Sicherheitslandschaft rückt enger zusammen. Internationale Delegationen, Behördenvertreter, militärische Beschaffer, Spezialkrafte und Unternehmen nutzen die Messe inzwischen gezielt als Plattform für Austausch, Kooperation und gemeinsame Projekte. Insgesamt reisten 24 offizielle Delegationen aus 16 Nationen nach Nürnberg an. Besonders: interessant war die zunehmende Verzahnung unterschiedlicher Fachbereiche. Moderne Sicher: heit bedeutet heute nicht mehr nur-Ausrüstung oder Fahrzeuge. Themen. wie Drohnenabwehr, Cyber-Sicherheit, digitale Vernetzung, Kl-gestützte Systeme, ‚Sensorik und medizinische Fähigkeiten wachsen immer stärker zusammen. Genau diese Entwicklung war 2026 an nahezu jeder Stelle der Messe sichtbar. Blick nach vorne: Enforce Tac 2027 Die nächste Enforce Tac findet vom 1. bis 3. März 2027 erneut in Nürnberg statt. Bereits jetzt gilt die Veranstaltung als nahezu ausgebucht. Die Messe wird erneut wachsen und erstmals acht Hallen umfassen. Geplant sind rund 73.000 Quadratmeter Ausstellungsfläche. Auch das Enforce Tac Village wird 2027 wieder Bestandteil der Messe sein und Einsatzfähigkeit, Innovation und moderne Sicherheitskonzepte praxisnah darstellen. Far uns steht bereits jetzt fest: Wir werden wieder dabei sein. Und wir werden uns erneut etwas Besonderes für die Aussteller und Zuschauer einfallen lassen. Die Enforce Tac ist längst mehr als eine Fachmesse geworden. Sie ist einer der wichtigsten europäischen Treffpunkte für Menschen, die Verantwortung für Sicherheit tragen — mitten im Dialog zwischen Anwendem, Entscheidern und Industrie. Entwicklung EnforceTac DIE Jahr Besucher Aussteller NÄCHSTE ne) ’

Conjugate Tactical Seite 20

CONJUGATE TACTICAL >> EVA DEUTSCH // (@) EVADEUTSCH.GERMANFRIT Wenn Strongman-Training auf taktische Leistungsanforderungen trifft Mein Name ist Eva-Maria Deutsch. Ich bin 29 Jahre alt, 1,64 m groß und je nach Saison zwischen 70-75 kg schwer. Hauptberuflich arbeite ich als Kriminalpolizistin in Deutschland, gleichzeitig bin ich amtierende deutsche Strongwoman-Meisterin. Damit man mal ein Gefühl für die Anforderungen bekommt: Ich habe 165 kg sechs Mal in 60 Sekunden gehoben: 2025 habe ich bei den Natural Strongwoman World Championships in der Klasse bis 73 kg den 10. Platz erreicht - komplett im getesteten, dopingfreien Feld. 2024 bin ich meinen ersten 50-km-Ultramarathon gelaufen, ohne spezielle Ausdauer-Vorbereitung. ‚Zwischen Sommer und Winter 2023 war ich in einer 20wochigen taktischen Qualifizierungsmaßnahme einer Einheit von spezialisierten Kräften der Polizei. Die körperlichen Standards waren für Männer und Frauen identisch. Frauen-Boni gab es dort nicht. Am Ende bin ich wegen des Taktikmoduls in der letzten Woche abgelöst worden - die körperlichen Anforderungen, SchieBen- und Eingriff-/Abwehrtechnik-Prüfungen hatte ich jedoch bestanden. 2024 habe ich gemeinsam mit meinem Partner Maximilian Millmann das ,Greenlight Battle’ gewonnen - ein Functional-Fitness-Wettkampf speziell für taktische Einsatzkräfte. .Und ja, wie gefühlt jeder mittlerweile, haben wir auch HYROX gemacht und den Lauf im Mixed Team in 1:07.h.beendet. Also wie schafft man es, Scheinbar völlig gegensätzliche Leistungsbereiche gleichzeitig abzudecken? Die Antwort ist nicht Doping. Die Antwort heißt: GPP - General Physical Preparedness, also allgemeine körperliche Leistungsfähigkeit. Der Aufbau genau dieser Grundlage ist einer der wichtigsten Pfeiler der Conjugate-Methode - und genau deshalb.können taktische Athleten enorm von ihr profitieren. Die Conjugate-Methode — Für Stärke entwickelt, für Operator angepasst Ursprünglich wurde die Conjugate-Methode von Louie Simmons, dem Gründer von Westside Barbell, entwickelt. Eigentlich war das System für Elite-Powerlifter gedacht, wurde aber schnell von anderen sportlich / leistungsorientierten Bereiche für sich entdeckt - namlich überall dort, wo Geschwindigkeit, Kampfbereitschaft und körperliche Stärke eine Rolle spielt. Professionelle Kämpfer ‘gehörten zu den Ersten, die das Potenzial erkannt haben. Heute findet man conjugate-basiertes Training überall dort, wo Menschen extreme Kraft und Belastbarkeit brauchen. Durch den Fokus auf roher, funktioneller Kraft war es nur eine Frage der Zeit, bis die taktische Community diese Prinzipien übernahmen. Simmons ließ das System schließlich speziell für Operator anpassen — Conjugate Tactical war geboren. Im Kern basiert die Methode auf mehreren GrundPrinzipien: 1. Alle Kraftfähigkeiten gleichzeitig trainieren Anders als bei klassischer Periodisierung - erst Muskelaufbau, dann Maximalkraft, dann Peakphase - entwickelt das Conjugate-System mehrere Fähigkeiten parallel. Maximalkraft, Explosivität, Muskelaufbau und Arbeitskapazität werden innerhalb derselben Trainingswoche trainiert. 2. Max-Effort-Methode (ME) Ziel ist der Aufbau maximaler Kraft im Bereich von 1-3 Wiederholungen, manchmal auch bis 5 Wiederholungen. Schwere Gewichte trainieren vor allem das zentrale Nervensystem und machen den Körper widerstandsfähiger gegen extreme Belastung. Übungen werden alle 1-3 Wochen gewechselt, damit man sich nicht anpasst und stagniert. Für taktische Athletinnen und Athleten geht es dabei selten darum, in einer einzigen Disziplin Spitzenleistungen abzurufen wie im klassischen Powerlifting. Ziel ist vielmehr, in grundlegenden Bewegungsmustern stark zu werden — zum Beispiel die Fähigkeit schwere Lasten auch unter Ermüdung über Kopf bewegen zu können.müdung über Kopf bewegen zu können. 3. Dynamic-Effort-Methode (DE) Hier geht es um Explosivitat und schnelle Kraftentwicklung. Das Prinzip dahinter: Kraft bringt dir nichts ohne Geschwindigkeit. Trainiert wird meist mit 40-60 % des Maximalgewichts - dafür aber maximal explosiv und mit kurzen Satzpausen. Fokus liegt auf aggressiver Bewegungsausführung, sauberer Technik und schneller Kraftentfaltung 4, Repetition-Effort-Methode (RE) Ziel ist der Aufbau struktureller Belastbarkeit, Muskulatur, stärkere Sehnen und Bänder sowie Verletzungsprävention. Trainiert wird mit mittleren bis hohen Wiederholungszahlen - oft nah am Muskelversagen. Die Idee dahinter ist simpel: Muskeln sind die natürliche Körperrüstung. Im Conjugate-System heißen Assistenzübungen Spezialübungen , denn mit ihnen attackiert man bewusst die Schwachstellen im eigenen System. Die allgemeine Leistungsfähigkeit (GPP) wird erhöht. Der Körper wird robuster gemacht Was Conjugate Tactical ausmacht Zwei Dinge fallen sofort auf: 1. Das System trainiert keine einzelnen Übungen — es trainiert körperliche Eigenschaften. 2. Training orientiert sich konsequent an Schwä chen. Defizite werden gnadenlos bearbeitet. Conjugate Tactical ist nicht einfach nur ein Kraftprogramm. Das Fundament ist GPP - die Fähigkeit, jederzeit und überall unter schlechten Bedingungen Leistung abrufen zu können. Warum Strongman der fehlende Baustein für taktische Athleten ist Neben klassischem Langhanteltraining arbeitet Conjugate Tactical häufig mit Schlitten, Sandsäcken und typischen Strongman-Implements. Strongman-Training mit seinen unhandlichen Implements - Steinen, Baumstämmen, Koffern oder Sandsäcken - hat den wahrscheinlich höchsten Übertrag auf reale Einsatzsituationen. Ein verletzter Kamerad wird nicht unter perfekten biomechanischen Bedingungen mit neutraler Wirbelsäule geborgen, während man ausgeschlafen und ohne Ausrüstung unterwegs ist. CQB, unbequeme Schießpositionen und Bewegungen unter Ermüdung verlangen oft Kraftentwicklungen aus schlechten / eingeschränkten Positi- ‚onen heraus, Wenn der Körper genau in solchen unschönen Situati- ‚onen progressiv stärker gemacht wird, sinkt das Verletzungsrisiko massiv und die reale Leistungsfähigkeit steigt deutlich. Strongman baut genau das auf, was Conjugate Tactical als Real-World Strength bezeichnet. ‚Auch wenn das Kreuzheben eine der effektivsten Übungen für die hintere Muskelkette ist, existieren die perfekten Bedingungen dafür außerhalb des Fitnesstudios kaum. Nur wenige Sportarten haben einen so realitätsnahen Übertrag wie Strongman. Strongman-Wettkampfe für Operator In den letzten Jahren sind komplette Strongman-Wettkämpfe speziell für taktische Einsatzkräfte entstanden, zum Beispiel: - World’s Strongest Operator (IG: @worldsstrongestoperator) - World's Strongest Soldier (IG: @worldsstrongestoperatorofficial) - Tactical-Divisionen innerhalb der Old School Strongman Series (IG: @old school strongman) Auch die Tactical Games, die 2025 nach Europa expandiert sind, setzen stark auf klassische Strongman-Elemente wie Sandsäcke, Yokes, Axle Bars, Carry und Loading Events. Conjugate Tactical als solideTrainingsgrundlage Conjugate Tactical: It is a way- not the way. ‚Also: ein Weg, nicht der einzige Weg. Aber seit ich angefangen habe, nach diesem System zu trainieren, ist es für mich der richtige Weg geblieben. Dank Conjugate Tactical trainiere ich realitätsbezogener als ich es im CrossFit Training zuvor je tat.

Kampfretter der Luftwaffe Seite 22

Kampfretter Luftwaffe ObjSRgtLw F >>>>>>> AUTOR: OBERLEUTNANT CHRISTOPH K. FOTOGRAFIN: STABSFELDWEBEL JANA N. (REDAKTION DER BUNDESWEHR) Personnel Recovery (PR) beschreibt die militarischen, diplomatischen und zivilen Möglichkeiten einer Nation, die eingesetzt werden können, um im Falle einer Isolation von Militärangehörigen und Staatsbürgern diese zurückzuführen und zu reintegrieren. Ziel ist die Rückkehr von isoliertem Militärpersonal in den Dienst. Die Vergangenheit hat jedoch gezeigt, dass auch Zivil- und Behördenpersonal (z.B. Botschaftsmitarbeitende) betroffen sein können. Isoliertes Personal, wie zum Beispiel die’ Besatzung eines abgestürzten Hubschraubers, kann - wenn es in gegnerische Hände gerät - als nachfichtendienstliche Quelle oder als Druckmittelt missbraucht werden. Neben Combat Recovery, das durch jede Teilstreitkraft ohne besondere zusätzliche Ausbildung und Ausstattung durchgeführt werden kann, unterteilt sich PR noch in die-Bereiche Combat Search and Rescue (CSAR) und Non-Conventional Assisted Recovery (NAR). Als einzige Einheit mit dem ausschließlichen Auftrag des Combat Search and Rescue innerhalb der Bundeswehr wurden die Kampfretter im Jahr 2013 aufgestellt Orientiert an dem amerikanischen Vorbild der Pararescue Jumpers (PJ) der U.S. Air Force, entwickelte sich bis heute eine hoch-spezialisierte Fahigkeit innerhalb der Luftwaffe mit der Ausrichtung auf die Suche, Rettung und. Rickfiihrung von: ‘isoliertem (Luftfahrzeug-)Personal im Rahmen eines Personnel Recorvery - Ereignisses. Zunächst rekrutierte' sich das Personal aus den Fallschirmjäger-Verbänden und der Luftwaffensicherungstruppe. Mit bereits erfahrenem und ausgebildetem Personal konnten. die Kampfretter schon kurz nach Aufstellung erfolgreich an internationalen Übungen teilnehmen. Im ‘Afghanistan-Einsatz sammelten die Kräfte erste Einsatzerfahrungen in dieser Spezialisierung. Im Jahr 2023 erfolgte der Fahigkeitstransfer Kampfretter‘ vom Hubschraubergeschwader 64 (Laupheim) in das Objektschutzregiment der Luftwaffe Friesland , Am Tag des Dienstantritts in Schortens wurden Kräfte der Kampfretter zur Teilnahme an der Militärischen Evakuierungsoperation in den Sudan entsandt und bewiesen ihre Kaltstart- und Anpassungsfähigkeit im Verbund mit der Division Schnelle Kräfte. Der Weg zum Kampfretter ist lang, anspruchsvoll und entbehrungsreich. Interessenten müssen zunächst ein dreiwöchiges Potentialfeststellungsverfahren absolvieren bevor die Basisausbildung beginnt. Die Ausbildung der Kampfretter beginnt mit einer gesonderten infanteristischen Ausbildung. Es werden gemeinsame Taktiken und Verfahren vermittelt, die auf den autarken Einsatz in kleinen Teams ausgerichtet sind. Begleitet von einer intensiven Überlebens- (SERE-C) und Schießausbildung durchlaufen die angehenden Kampfretter ein umfangreiches Ausbildungsprogramm, das sie auf mögliche Einsatzszenarien vorbereiten soll. Darauf aufbauend erfolgt eine professionelle Fahrausbildung und die taktische Einbindung von Fahrzeugen in die Operationsführung. Neben der landbasierten Verbringung bleibt der Hubschrauber als schnelles und weitreichendes Verbringungsmittel. Daher gehören das Fast-Roping, Rappelling und Arbeiten mit der Winde ebenso zur Ausbildung, wie das taktische Anlanden und die Kommunikation mit der Crew. ‚Neben den infanteristischen Fertigkeiten sind es insbe ‚sondere die Fähigkeiten als Retter , die den Kampfretter zu einer einzigartigen Fähigkeit innerhalb der Bundeswehr machen. Jeder Kampfretter ist in der Basisbefähigung zum Combat-First-Responder B ausgebildet und verfügt damit über eine deutlich erweiterte Fähigkeit zur Selbst- und Kameradenhilfe. Zusätzlich erlernt jeder Kampfretter Grundlagen der technischen Rettung und den Umgang mit technischem Rettungsgerät. Außerdem wird jeder Kampfretter in Baum-, Höhen- und Tiefenrettung ausgebildet, um isolierte Personen auch aus schwierigen Lagen befreien zu können. Ergänzt wird das Ausbildungsspektrum durch die Qualifikation im Mission Planning. Im Rahmen einer Abschlussübung werden alle Inhalte der durchlaufenden Ausbildung abgebildet und die Teilnehmer maximal gefordert. Nach erfolgreichem Abschluss der Ausbildung stehen dem neuen Kampfretter drei Fachrichtungen zur Auswahl, in denen er seine Fähigkeiten weiter vertiefen wird: * "Truppführer, * Taktische Medizin (Medic) * Taktische Rettung (Rescue Specialist) Die angehenden Truppführer erhalten eine. erweiterte Funkausbildung und Ausbildung an verschiedenen komplexen Kommunikationsmitteln und Funkgeräten, um Verbindung zu Luftfahrzeugen, der Operationszentrale und der isolierten Person halten zu können. Sie nehmen im Team die Führungsrolle ein und durchlaufen eine erweiterte Mission Planning Ausbildung. Der Medic wird als NATO Special Operation Combat Medic ausgebildet. Der Lehrgang vermittelt tiefgehende Fertigkeiten im Bereich der taktischen Ersten Hilfe bis hin zum Prolonged Casualty Care. Der ‚Rescue Specialist besucht weiterführende Lehrgange an der Gebirgs- und Winterkampfschule, um in schwierigem Gelände einen Trupp zu führen und mit erweiterten Seiltechniken Rettungen durchführen zu können. Im Bereich der technischen Rettung werden Qualifikationen wie Kettensägenscheine, Drohnenberechtigungen und sprengtechnische Öffnungsverfahren erworben und erweitert. Darüber hinaus ist jeder Kampfretter in der vertikalen Verbringung mit dem militärischen Gleitfallschirm ausgebildet. Kampfretter durchlaufen eine lange und intensive Ausbildung, sind hoch qualifiziert und verfügen über ein auBergewöhnlich breites Fähigkeitsspektrum. Das Alleinstellungsmerkmal umfasst die Fähigkeit, Rettungsmissionen mithilfe von technischem Rettungsgerät oder Seiltechniken durchführen und gleichzeitig umfangreiche medizinische Versorgung sicherstellen zu können. Diese Fähigkeit kann sowohl land- als auch luftgestützt, weltweit und unter erschwerten Bedingungen abgebildet werden. Damit leisten die Kampfretter der Luftwaffe einen wichtigen Beitrag zur Moral der Truppe und stehen im Ernstfall bereit, schnell und flexibel Hilfe dort zu leisten, wo sie benötigt wird und denen Hoffnung zu geben, die keine mehr haben. Getreu dem Motto: That others may live.

Warum Orientierung entscheidet Seite 26

Warum Orientierung entscheidet! WWW.AMINHAMMERBACHER.DE Orientierung wird unterschätzt Solange alles funktioniert, merkt das niemand. GPS zeigt die Richtung, Wege sind eingezeichnet, Entscheidungen wirken einfach. Das ändert sich sofort, wenn die Bedingungen schlechter werden. Schlechte Sicht. Zeitdruck. Stress. Oder wenn die Technik ausfällt. Dann bleibt nur noch eine Frage: Weißt du, wo du bist? Pfullendorf, Mai 2009 Dienstpostenausbildung bei den Fernspähern. Regen, schlechte Sicht, schwerer Rucksack. Nach über zwei Jahren als Soldat war ich überzeugt, dass ich mich orientieren kann. In der Grundausbildung lernt man schließlich einiges über Karte und Kompass. Allerdings ist das nur das Allerndtigste. Das wusste ich zu diesem Zeitpunkt nicht - und habe mich komplett verlaufen. Die ganze Nacht war ich unterwegs, während die anderen längst geschlafen hatten. Am nächsten Morgen haben mich die Ausbilder ‚eingesammelt. Vorgeworfen hat mir das keiner. ‚Aber das Gefühl, komplett versagt zu haben, saß tief. Rückblickend war das der Moment, in dem ich verstanden habe: Grundlagen sind nicht Können. Theorie ist nicht Praxis In der Ausbildung bekommt jeder die Grundlagen vermittelt. Karte ‘einnorden;: einfache Orientierung, ein kurzer Marsch. Das reicht, solange die Bedingungen einfach bleiben; Genau da lag mein Fehler Karte einnorden zu können bedeutet nicht, sich unter schweren: Bedingungen orientieren zu können. Ein ‘urzer Marsch bedeutet nicht, dass man sich nachts, unter Belastung, über mehrere Kilometer sicher bewegt, >>>>>>> ARMIN HAMMERBACHER // [ ] ARMINHAMMERBACHER Theorie legt die Grundlage Orientieren lernt man erst, wenn man es wirklich macht. Die Illusion der Sicherheit GPS wirkt zuverlässig — bis es unter realen Bedingungen nicht mehr reicht. Störungen kommen selten dann, wenn sie egal sind. Wetter, Gelände, Bewuchs, Defekte oder leere Akkus reichen dafür völlig aus. Wer sich ausschließlich darauf verlässt, hat genau dann ein Problem, wenn er es am dringendsten braucht. Warum viele daran scheitern Ein Soldat hat heute genug andere Aufgaben. Navigation ist nur ein Teil davon - und wird oft nicht priorisiert. Das führt dazu, dass viele die Grundlagen kennen, aber keine belastbare Fähigkeit entwickeln. Ich habe das nicht nur bei mir selbst erlebt, sondern später immer wieder gesehen. Auch in Auswahlverfahren und Lehrgängen bis hin zum KSK habe ich erlebt, dass Teilnehmer nicht an Kondition oder Willen, sondern an fehlender Orientierung gescheitert sind. Nicht, weil sie nichts wussten. Sondern weil sie es nie wirklich gelernt haben. Wenn es darauf ankommt Ein;Fehler in der Navigation bleibt selten ein kleiner Fehler. Was am Anfang wie eine kleine Abweichung wirkt, führt später dazu, dass man komplett falsch liegt. Das gilt nicht nur im militärischen Bereich. Auch Polizei, Rettungskräfte oder zivile Einsatzlagen funktionieren nach demselben Prinzip: Wer nicht weiß, wo er ist, trifft falsche Entscheidungen - und die haben Konsequenzen. Das betrifft nicht nur Spezialkräfte, sondern jeden, der unter Druck Entscheidungen treffen muss. Was wirklich zählt Navigation ist kein theoretisches Wissen. Sie gehört zu den grundlegenden Fähigkeiten des Menschen. Sie entsteht durch Wiederholung, durch Fehler und durch Anwendung unter realen Bedingungen. Wer sie nicht trainiert, wird sie im entscheidenden Moment nicht abrufen können. Fazit Orientierung ist keine Zusatzfähigkeit. Sie ist die Grundlage. Wer nicht weiß, wo er ist, trifft keine richtigen Entscheidungen. Nicht im Einsatz. Nicht unter Stress. Und auch nicht dann, wenn es wirklich darauf ankommt. Deshalb muss man diese Fähigkeit beherrschen, bevor man sie braucht. Was ich damals auf die harte Tour lernen musste, gebe ich heute genauso weiter: praktisch, realitätsnah und ohne Illusionen.

Wer verwundet wird, verdient Anerkennung Seite 28

WER VERWUNDET WIRD, VERDIENT ANERKENNUNG >> OTL MARCEL BOHNERT // ( ) MARCEL BOHNERT Wer verwundet wird, verdient Anerkennung — jetzt mitreden! Uber Verwundungen wird viel geredet - oft von denen, die sie nie erlebt haben. In der Veteranencommunity läuft aktuell die Debatte über die Einführung eines Verwundetenabzeichen in die Bundeswehr. Dabei prallen die Sichtweisen in Bezug auf die Stiftung und Ausgestaltung teils heftig gegeneinander. Die Fragen sind klar: Wer gilt als verwundet? Nur nach Feindeinwirkung ‚oder auch nach Unfällen im Einsatz oder in der Ausbildung? Gehören psychische Verwundungen dazu? Ist ein Abzeichen überhaupt notwendig? Um das nicht weiter im Kreis zu diskutieren, wurde von Dezember 2025 bis März 2026 ein Fragebogen in Umlauf gebracht. Ziel: hören, was Truppe und Gesellschaft wirklich über eine Einführung denken.. Knapp 1.700 Personen haben teilgenommen, Eine erste Teilauswertung liegt vor: Rund 70 Prozent sind für ein Verwundetenabzeichen, etwa 20 Prozent dagegen, 10 Prozent unentschlossen. Behandlung der Schussverletzung eines deutschen Soldaten in der afghanischen Provinz Kunduz im Jahr 2011 (Foto: Task Force Kunduz Ill) Die Debatte über ein Verwundetenabzeichen ist kein akademisches Thema. Sie betrifft den Kern militäriScher Realität. In Afghanistan wurden 125 deutsche Soldatinnen und Soldaten im Rahmen von Kampfhandlungen verwundet. 180 weitere verletzten sich durch Sport-, Verkehrs-, Arbeitsunfalle usw. Mehrere tausend wurden traumatisiert. Sie waren dort im Auftrag unseres Parlamentes, weshalb die Diskussion um ein Verwundetenabzeichen auch größere Fragen berührt: Wie würdigen Bundeswehr und Gesellschaft hierzulande militärische Leistungen, Opfer und Dauerfolgen? Wo endet militärische Binnenkultur und wo beginnt gesellschaftliche Verantwortung? Zur Klärung dieser Fragen wird nun eine Folgebefragung gestartet, die das Auszeichnungssystem der Bundeswehr als Ganzes in den Blick nimmt. Wenn ihr aktive oder ehemalige Soldatinnen oder Soldaten seid: Scannt den QR-Code und macht mit. Wenn du nichts sagst, entscheiden andere für dich. Jede Stimme zählt! Nicht für irgendeine Statistik, sondern dafür, dass am Ende nicht am Geist der Truppe vorbeientschieden wird. Gerade in Deutschland, wo militarbezogene Themen noch immer zwischen Scham und Schlagzeile pendeln, gibt uns eine auf Umfrageergebnissen gestützte Position die notwendige politische und mediale Durchschlagkraft. Wer einen Kulturwandel will, muss ihn aushalten. Mit klaren Regeln. Mit Reibung. Und ohne Ausweichen. Die Befragung schafft dafür die Grundlage. Sie macht sichtbar, was sonst im Hintergrund bleibt. Am Ende wird es darum gehen, ob, wann und wie ein Verwundetenabzeichen eingeführt wird. Und falls ja, ob es den Maßstäben der Truppe standhält. Das bedarf eines umfassenden Diskussionsprozesses unter Einbindung von Betroffenen, Vereinen und aktiven Soldaten. Eine überstürzte Stiftung könnte mehr kaputt machen, als dass sie hilft. Der Weg der Veteranen vom Schatten ins Licht hat begonnen. Wie er weitergeht, entscheidet sich genau hier. Marcel Bohnert ist Oberstleutnant im Generaistabsdienst und war in Einsätzen in Kosovo, Afghanistan und Irak. Zuletzt ist sein Buch ‚Vom Schatten ins Licht Zeitenwende in der deutschen Veteranenkuitur im Miles-Verlag erschienen. I

Hypothermia Prevention ist kein Nice to have Seite 30

HYPOTHERMIA PREVENTION ... IST KEIN NICE TO HAVE Hypothermia Prevention ist kein Nice to have*. Es ist ein verdammt entscheidender Faktor im taktischen Einsatz. Viele denken bei Unterkühlung an Schnee, Eis oder alpine Rettung. Die Realität sieht anders aus. Ein Patient kann auch bei 30 Grad Außentemperatur auskühlen - durch Blutverlust, Schock, Nässe, Wind, Erschöpfung oder lange Liegezeiten auf kaltem Untergrund. Genau dort beginnt das Problem. Nicht erst, wenn jemand sichtbar zittert: Der menschliche Körper funktioniert nur in einem sehr kleinen Temperaturfenster optimal. Sinkt die Körperkerntemperatur auch nur um 1 C, verschlechtert sich die Blutgerinnung bereits um ungefähr 10 %. Gleichzeitig sinkt die Leistungsfähigkeit.der Muskulatur, die mentale Klarheit nimmt ab und der Sauerstoffverbrauch steigt durch das Zittern massiv an. Aus einem kontrollierbaren Patienten wird schnell ein kritischer Patient. In der taktischen Medizin spricht man oft von der .lethal triad" beziehungsweise mittlerweile eher von der diamond of death": Hypothermie, Azidose, Koagulopathie und Hypokalzämie. Hypothermie verstärkt dabei die anderen Faktoren massiv. Ein auskühlender Patient blutet länger und schlechter kontrollierbar. Genau deshalb ‚gehört Wärmeerhalt genauso konsequent durchgeführt wie Blutungskontrolle oder Atemwegsmanagement. Besonders unterschätzt wird der Windchill-Effekt. Wind zieht die Wärme regelrecht aus dem Körper. Beispiel: 5 C Außentemperatur bei starkem Wind können sich für den Körper wie Temperaturen weit unter dem Gefrierpunkt anfühlen. Nasse Kleidung beschleunigt diesen Effekt extrem. Wer einmal mehrere Stunden im Regen auf einem Schießplatz, in einer Lage oder bei einer Übung gestanden hat, kennt dieses Gefühl. Die Hände werden langsam unbrauchbar, Feinmotorik verschwindet, Entscheidungen dauern länger. Und genau hier wird es taktisch relevant. Kalte Hände bedeuten schlechtere Waffenmanipulation. Schlechteres Funken. Schlechteres Arbeiten am Patienten. Weni- ‚ger Präzision. Mehr Fehler. Warmeerhalt beginnt deshalb nicht erst nach der Versorgung. Er beginnt sofort. Patient vom Boden isolieren. Nasse Kleidung raus. Windschutz schaffen. Aktiv wärmen, wenn möglich. Selbst einfache Maßnahmen machen einen enormen Unterschied: Rettungsdecken korrekt anwenden, Ponchos nutzen, isolierende Unterlagen, Ready Heat oder FIGO Pflaster. >>>>>>> MARC ZIERDEN, SUPPORT - PHILIP G. // [G) AIRBORNEMEDICALGROUP Wärmeerhalt-Systeme gehören heute in jedes ernstzunehmende Medic-Setup. Ein weiterer massiv unterschatzter Punkt im Bereich Hypothermia Prevention ist der sogenannte Zwiebelschaleneffekt. Gerade im taktischen Umfeld wird häufig entweder zu leicht oder völlig falsch gekleidet gearbeitet. Das Problem dabei: Der Körper verliert unter Belastung, bei Nässe oder Wind extrem schnell Wärmeleistung. Gleichzeitig führt starkes Schwitzen dazu, dass Kleidung feucht wird und der Auskühlungsprozess nach Belastungsende noch schneller einsetzt. Das Schichtenprinzip hat deshalb nicht ohne Grund seit Jahren einen festen Platz bei Militar, Outdoor-Professionals und spezialisierten Einsatzkraften. Mehrere dünnere Kleidungsschichten isolieren deutlich effektiver als eine einzelne dicke Lage. Zwischen den Schichten entstehen Luftpolster, die Wärme speichern und den Wärmeverlust reduzieren. Gleichzeitig bleibt man flexibler und kann Bekleidung je nach Aktivität, Wetterlage oder Belastung anpassen. Entscheidend ist dabei die richtige Reihenfolge: eine funktionelle Baselayer zur Feuchtigkeitsableitung direkt auf der Haut, eine isolierende Mittelschicht für Wärmeerhalt und eine äußere Schutzschicht gegen Wind und Nässe. Baumwolle ist hierbei denkbar ungeeignet, da sie Feuchtigkeit speichert und den Körper zusätzlich auskühlt. Moderne Funktionsmaterialien oder Merinowolle sind deutlich sinnvoller. Wer im Einsatz dauerhaft leistungsfähig bleiben will, muss Wärme nicht erst behandeln, sondern aktiv managen. Der beste Warmeerhalt ist immer der, der verhindert, dass der Körper überhaupt auskühlt. Viele Medics investieren tausende Euro in Ausrüstung, vergessen aber einen der simpelsten Überlebensfaktoren des menschlichen Körpers: Wärme. Der Patient, der nicht auskühlt, hat die bessere Chance zu überleben. Beim Untersuchungschema: MARCH kommt das H für Hypothermia Prävention Erst zum Schluss, dass sollte angepasst werden und zwar sollte es ein großes H werden von Anfang bis Ende. ‚uellen: Committee on Tactical Combat Casualty Care (CoTCCC), Prolonged Fed Care Guidelines, NAEMT TECC Guidelines, McSwain NE et al. Prehospital Trauma Life Support’. Marc Zierden AirMeG GmbH MARCH ALGORITHMUS MASSIVE BLEEDING Lebensbedrohliche Blutungen kontrollieren. AIRWAY Atemwege sichern und a frei halten. RESPIRATION Atmung beurteilen und unterstützen. \ Kreislauf stabilisieren / pe unterstützen. MASSIVE BLEEDING Head Injury erkennen und behandeln.

Einsatzfähig ohne Reserve Seite 32

EINSATZFAHIG OHNE RESERVE >>>>>>> RENE SULSKI // (@) FORGEWULF Wer sich in Deutschland ernsthaft mit der Reserve beschaftigt, kommt schnell zum selben Befund: Man muss das sehr wollen. Die Strukturen sind starr, die Ubungsdichte zu diinn. Wer seine Fahigkeiten erhalten will, läuft gegen eine Verwaltung an, nicht mit ihr. Bei mir kommt eine zweite Hürde dazu: deutscher Staatsbürger mit Wohnsitz im EU-Ausland. Der reguläre Reserve-Weg fällt damit formal weg. Bleibt eine Entscheidung: einsatzfähig bleiben, ohne den Apparat im Rücken. Die Bubble fotografiert sich, sie trainiert nicht Der erste Widerstand kommt aus der eigenen Szene. Ein Großteil dessen, was sich taktisch gibt, beschränkt sich auf Fotos mit Plattenträger auf der Schießbahn. Dahinter wird es schnell dünn. Durchhaltefahigkeit - Körper und Kopf unter dauerhafter Belastung - lässt sich nicht inszenieren, sondern nur erarbeiten, Das zweite Problem liegt eine Ebene tiefer: Ein privates Ubungsökosystem existiert in Deutschland praktisch nicht. Man baut sein Netzwerk selbst, mit Geld und Zeit, die der Familie abgehen. Cherry-Picking: Säulen einzeln gebucht In der Praxis läuft es auf Skill-Sections hinaus, also einzelne Fähigkeitsbereiche, die man getrennt bucht und zusammenhält: Schießen, Medizin, Sport. Der Sportanteil ist dabei nicht beliebig, sondern an den Belastungsgrad des realen Auftrags geknüpft: schwere Ausrüstung über lange Strecken bewegen und am Endpunkt einsatzbereit ankommen. Schießen lässt sich als Gastschütze in Vereinen warmhalten, statisch, aber sauber. Dynamische Drills sind dort nicht möglich. Im medizinischen Bereich deckt die Airborne Medical Group das TCCC- und TECC-Niveau ab - also taktische und einsatznahe Notfallmedizin, geleitet von Instruktoren mit Einsatzhintergrund, in kleinen Gruppen. Im taktisch-operativen Bereich gibt es Anbieter wie Operative Fähigkeiten: Bewegung im Gelände, Lagebild aufbauen, Entscheidungen unter Belastung treffen. Im engeren Kreis kommt Redbeard Tactical nahe an das Ber, was man als zivile Top-Ausbildung bezeichnen kann. Jede Säule für sich ist stark. Was fehlt, ist die Klammer, die alles zusammenhält. Was Ausrüstung kostet, und was sie taugt An persönlicher Ausrüstung habe ich in drei Jahren über 10.000 Euro investiert, nach oben offen. Ein standardisiertes Sortiment existiert nicht. Jeder arbeitet sich selbst durch die Frage: gut, schlecht, auftragswichtig, auftragsgebunden? Bis man durchgestiegen ist, was der Markt hergibt und was ein modernes Einsatzszenario tatsächlich verlangt, dauert es. Schon der Sprung vom Standardinfanteristen in Afghanistan zum Standardinfanteristen in der Ukraine ergibt ein völlig anderes Anforderungsprofil. Ohne aktualisierte Ausbildung ist das die erste Hürde, das Geld die zweite Dahinter steht eine Ausrüstungsphilosophie: Layered Loadout. Belt, Chest und Ruck - also Gürtel, Tragesystem und Rucksack — werden nach Eskalationsstufe getrennt aufgebaut, sodass man je nach Lage Material zurücklassen oder aufnehmen kann. Was den Blick darauf verstellt, ist die Pose. Die Leute ziehen sich an wie Delta-Force-Operator, dabei ist man am Ende ganz normaler Infanterist - ausgerüstet dafür, 12 bis 36 Stunden möglichst auf sich allein gestellt draußen zu bestehen. Das hat nichts mit Geiselbefreiung zu tun, und der neueste ultraleichte Plattenträger macht aus niemandem einen guten Infanteristen. Der Elefant im Raum An der Stelle kommt das Thema, das die Szene reflexhaft abwertet: Mil-Sim, militarische Simulation auf Airsoft-Basis. Ich habe das selbst lange belächelt, bis ich auf einem ernsthaften Event war. Deutschland muss man dabei ausnehmen. Was hier als Mil-Sim läuft, hat eher Festival-Charakter. Die Dark Emergency, das größte Airsoft-Event der Welt, ist beeindruckend, hat mit echter Simulation aber wenig zu tun, Auf den großen europäischen Events erinnern Organisation und Ablauf an eine Truppenübung. 24 bis 48 Stunden durchgehende Operation, zwei bis zweieinhalb Tage Logistikbelastung, klare Befehlsstrukturen, geführt von Leuten, die das hauptberuflich machen. Drohnen sind dort Standardbedrohung: Dropper, also Drohnen, die Sprengkörper abwerfen, FPV-Modelle mit aggressiver Anflugsgeschwindigkeit, dazu EW-Elemente - elektronische Kampfführung, die Funk und Kommunikation gezielt stört. Wer schon einmal versucht hat, einer Drohne mit Wärmebild- und Nachtsicht zu entkommen, weiß: realer wird es zivil nicht. Was Mil-Sim nicht ersetzt, ist Live-Fire, schweres Gerät und Großverbandsführung. Diesen Anspruch hat es auch nicht. Auf gutem Niveau ist es aber genau die Klammer, die sonst fehlt - in der heutigen Drohnenrealität näher an der Ukraine als manche Standardausbildung, Der Blick über die Grenze In Slowenien oder Polen ist die Bereitschaft, die Zivilbevölkerung wehrfähig zu machen, deutlich höher. Dort existieren mehrschichtige Programme: basisinfanteristische Ausbildung für Zivilisten, strukturierte Trainings für ehemalige Soldaten, eine niedrigschwellige Anbindung an die Streitkräfte. Ohne den Reserve-Irrsinn. Der Punkt ist nicht, dass das deutsche System bestimmte Profile aussortiert. Es bietet schlicht keine Schiene, ‚auf der ein motivierter Bürger oder ein ausgeschiedener Soldat seine Wehrhaftigkeit halten könnte. Vorschlag Zweierlei wäre nötig Erstens: die zivile Trainingsökonomie nach einer ISO-artigen Richtlinie prüfen. Anbieter wie Airborne Medical Group, Operative Fähigkeiten oder Redbeard Tactical sollten nicht als Konkurrenz zur Truppe verstanden werden, sondem als Reservoir. Anerkannte Einrichtungen gehören in die aktive Verteidigungsstruktur eingebunden, mit klarer Schnittstelle zur Truppe. ‚Zweitens: Slowenien und Polen sind keine Sonderfalle, sondern operative Hinweise. Bis dahin strukturiert man es selbst, trägt die Kosten und hofft, dass die Institutionen diese parallele Realität anerkennen - bevor sie genau diese Leute im Ernstfall rufen

Spähtrupps auf zwei Rädern Seite 34

Der geheime Truppenver — Spähtrupps auf zwei Rädern! Die Fernspähtruppe stand damals wie heute vor einem speziellen Auftrag: tief. im Feindgebiet aufklären und dabei unsichtbar bleiben. Nach dem oft per Fallschirm erfolgenden Anflug folgten nächtliche Märsche ins Einsatzgebiet mit schwerer Ausrüstung. Man stellte sich 1982/83 die Frage: Wie lässt sich die Marschgeschwiı digkeit und damit der Aktionsradius der Trupps erhöhen? Die Fernspähkompanie 300 wurde dann 1983 für einen ungewöhnlichen Truppenversuch ausgewählt: Spähtrupps sollten auf Fahrrädern oder Motorrädern eingesetzt werden. Ziel war es größere Reichweiten zu erzielen und schneller in den Einsatzraum einzudringen. Fahrrad Spahtrupps - ein Versuch mit Grenzen Die Idee klang vielversprechend, scheiterte aber an der Realität. Hohe Lasten, aufgeweichter Boden der schnelles Vorankommen erschwerte und die damalige Fahrradtechnik führten schnell zu Problemen. Rahmenbrüche und Bremsversagen traten auf und obwohl der Kfz Trupp die Rahmen verstärkte, blieben die Bremsen weiterhin ein Sicherheitsrisiko. Der erste und zugleich letzte Einsatz des Fahrradtrupps erfolgte 1983 während der Kompanieübung Ranziger Hund , Das Urteil war naheliegend: die damaligen Fahrräder waren nicht einsatztauglich. Motorrad Spahtrupps - beweglich, leise, schnell Parallel verfolgte man einen zweiter Ansatz: ein hochmobiler Spähtrupp auf Motorrädern ‘des Typs Hercules K125 >>>>>>> SVEN cast // (@) FERNSPAEHKOMPANIE 300 OFw Willi H. entwickelte Ausbildung und Einsatzkonzept. Fünf ausgewählte Soldaten absolvierten eine intensive dreimonatige Offroadausbildung. Dazu gehörten Fahrten auf dem Truppenübungsplatz, Geländefahrten rund um Edersee und im Kellerwald, nächtliche Schleichfahrten ohne Licht, sowie Instandsetzungen im Gelände — bis hin zum Hinterradwechsel im Dickicht. Feuertaufe im Manöver Die Kompanieübung Ranziger Hund wurde zum ersten Erfolg. Hier konnte man sich von der Einsatztauglichkeit der Motorräder überzeugen. Im September 1983 folgte das Großmanöver Wehrhafte Löwen mit 46.000 Soldaten und 15.000 Fahrzeugen und über 200 Luftfahrzeugen. Die Taktik: Anlanden, Motorräder verbergen, Aufklären. Vom Beobachtungspunkt bei einer Scheune nahe eines Verkehrsknotens bei Marburg meldete der Trupp unentdeckt Truppenbewegungen des Feindes Rotland . Später wurden die Ergebnisse dahingehend bewertet, welcher Feind zu welcher Zeit an welchem Ort war inkl ‚Aufklärung der Truppenstärke und Ausrüstung und eingesetzte Fahrzeuge des Feindes. Besonders hervorzuheben ist der Umstand, das wichtige Gefechtsstände des Feindes ,Rotland* aufgeklärt und sehr zeitnah gemeldet wurden. Der motorisierte Spähtrupp konnte hierbei aus ca. 2 km zuschauen, wie die Luftwaffe diese Gefechtsstände simuliert mit Übungsbomben ,bombardiert* und zerstört hatte. ‘Die Aufklärungsergebnisse waren exzellent Das Ende... Trotz der Erfolge wurde das Projekt eingestellt. .Entscheidend war die strategische Realität des Kalten Krieges: Die innerdeutsche Grenze galt als praktisch unüberwindbar für Motorräder. Der nötige Transport per Hubschrauber stieß auf erhebliche Vorbehalte der Heeresflieger. Der Einfluss der kleinsten Truppengattung der Bundeswehr war zu gering, um sich hier durchzusetzen Am Ende überwogen die Risiken und der Umstand die geringe Anzahl hochspezialisierter Spähtrupp Soldaten nicht unnötig zu gefährden. Der Versuch wurde beendet, aber irgendjemand hat dieses Konzept wohl irgendwo gut behütet in eine Schublade für eine andere Zeit gelegt. Fazit und Ausblick Der-Versuch von 1983 war seifier Zeit voraus und lieferte wertvolle Erkenntnisse. Heute — vier Jahrzehnte später — kehrt die Idee modemisiert zurück. Die Femspahkompanie 1 setzt inzwischen auf leise Elektro Enduros mit hoher Reichweite. Sie ermöglichen das, was damals gesucht wurde: schnelles, unauffalliges Eindringen und den Transport wichtiger Ausrüstung - heute nahezu lautlos. deuser STRIKE BAND Das Motorrad hat seinen, Platz in der-Fernspahtruppe also wiedergefunden. Allen Fernspahern allzeit gute Fahrt und Glick ab! Nutzungstit: bis xu Gewicht: cn 118hy artere Art: Lithium Ionen Abu dene nah Weisung O80" Mar Deehmament: 93H mar 2S km/h STRIKE BAND (mn a acon TOUGH FUNCTIONAL MISSION-READY TRIPLE: ACTION FESSIONARGEAR ERHÄLTLICH BEI: TRIPLE ACTION PROFESSIONAL GEAR www.tripleaction.de