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Titelseite RAID Magazin Ausgabe 01

Ausgabe 01

Ukraine: Impressionen von der Front, Teil 1

2024 · Deutsch · 28 Seiten

In dieser Ausgabe

  1. S. 4Impressionen von der Ukraine-Front, Teil 1Einsatzberichte
  2. S. 8Tactical Fitness für Rekruten und EinsatzkräfteTraining & Mindset · Bundeswehr
  3. S. 10How to wear a Plattenträger the right wayAusrüstung
  4. S. 14Mein Leben mit PTBS, Teil 1PTBS · Bundeswehr
  5. S. 20Übergriffe auf Feuerwehr- und RettungskräfteRettung & Feuerwehr · Sicherheitslage
  6. S. 22Greenlight Battle im Kölner RheingymSzene & Events · Training & Mindset
  7. S. 24Sandbox: Meine Zeit im Irak, Teil 1Einsatzberichte
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Impressionen von der Ukraine-Front, Teil 1 Seite 4

Im Spätsommer 2023 erhielt unsere Einheit einen Auftrag, der erstmal als Routine galt: Ein schneller Angriff auf eine überwiegend verlassene Stellung. Laut Informationen der Geheimdienste waren die dort verbliebenen Soldaten größtenteils russische Mobik" Storm Z Soldaten - schlecht ausgebildete und erschöpfte Wehrpflichtige, welche schon lange an der Front waren. Unser Einsatzort lag südlich von Pervomaisk, einem gehobenen Vorort der Stadt Donezk, welche sich fünf Kilometer östlich befand. Von unserer Position aus konnten wir leicht die beiden markanten Türme von Donezk sehen. Nachts warfen die hellen Lichter der Stadt einen leuchtenden Schein an den Horizont. Wir scherzten oft, dass wir einfach von diesem Licht weglaufen müssen, wenn wir uns verlaufen, da Donezk im Osten liegt. Wir sollten bei Einbruch der Dunkelheit von unserer Stellung abrücken. Auch dieses Mal lag die übliche Mischung aus Aufregung und Anspannung in der Luft, die immer aufkommt, wenn wir eine Mission vorbereiteten. Einige überprüften ein letztes Mal ihre Ausrüstung oder ihre IFAK, andere schrieben einige letzte Worte für ihre Liebsten auf. Selbst die routiniertesten Einsätze wurden so behandelt, als könnten sie die letzten sein. Auf eine fast zynische Weise erinnerten wir uns gegenseitig scherzhaft daran, wie viele Tage und Stunden uns noch zum Leben blieben. Was für viele von uns als Scherz begann, hat sich in eine traurige Realität verwandelt - mögen Sie in Frieden ruhen Noch acht Stunden zu leben. Ukraine - Pervomaisk Spätsommer bis Frühherbst 2023 Auch wenn ich nicht nur viele Freunde und Bekannte, sondern auch einen großen Teil von mir selbst in diesem Krieg verloren habe, hatte ich immer einen Ausweg: Die Möglichkeit, nach Hause zurückzukehren. Meine emotionale Reaktion auf den Krieg unterscheidet sich von den Ostukrainern. Ich kann mir nicht annähernd vorstellen wie sich manche fühlen, gefangen in der Brutalität, in einem Kriegsgebiet zu leben. Ich frage mich, welche Auswirkungen das auf die Psyche eines Menschen haben muss. Ich kann nicht für sie sprechen. Die Ukraine war vor dem Krieg ein bemerkenswertes Land. Nicht nur weit fortgeschritten mit Digitalisierung und Bankwesen, sondern auch wunderschön - Der Srebyansk-Wald und die weiten Weizenfelder im Osten, die zahlreichen Kirschbaume im Süden, die großen Städte mit ihrem besonderen Charme. Das Land und die Kultur der Gastfreundschaft werden von den Ukrainern geschatzt und bewahrt - dies ist selbst jetzt noch spürbar, zu jeder Sekunde, an jedem Ort, trotz des Chaos, das momentan im Land herrscht. Es gibt ein ausgeprägtes lokales Geschichts- und Sprachwissen, jeder lokale Dialekt oder regionale Eigenheit wird mit der größten Offenheit vermittelt. Noch vier Stunden zu leben. Die Spannung in der Luft war greifbar. Es war, als würde jeder versuchen, ein wenig von dem Moment einzufangen, bevor er sich in die trostlosen Schützengräben begab. Einige entspannten in der warmen Sonne, andere spielten mit umherstreifenden, streunenden Hunden oder Katzen, wieder andere spielten auf Handys oder Laptops Videospiele. Aus irgendeinem seltsam ironischen Grund scheint das beliebteste Spiel in der Ukraine War Thunder" zu sein Noch zwei Stunden zu leben Als die Sonne unterging und die Dämmerung einsetzte versammelten wir uns für ein letztes Missionsbriefing. Aufregung, Angst, aber auch Kameradschaft lagen in der Luft. Einige machten ein letztes Foto, andere lagen sich in den Armen oder motivierten sich gegenseitig. Zu Essen gab es etwas Besseres als den üblichen Buchweizenbrei. Vereinzelt sah man jemand zwischen den Gemeinschaftsbereichen hin und her laufen, als sie merkten, dass sie ihr Waffenöl vergessen haben oder doch etwas im Lager lassen wollten. Kurz vor dem Abrücken wurden die Telefone ausgeschaltet. Es gab keine Abschiedsnachrichten, kein Ich liebe dich an die Familie, denn jede Übertragung kann abgefangen werden und auf Bewegung hindeuten. Aus westlichen Ländern hört man regelmäßig, dass die Situation trostlos und schlecht koordiniert ist. Es ist jedoch wichtig zu verstehen, dass dieser Krieg in seinem Ausmaß, seiner Natur und seiner Grausamkeit beispiellos ist und eine kontinuierliche Anpassung an die Situation und Bedrohung erfordert. Die Fähigkeiten der Ukraine, mit dieser Bedrohung umzugehen, wachsen mit jedem Tag. Aus diesem Grund ist es beunruhigend zu sehen, wie NATO-Mitglieder versuchen den ukrainischen Soldaten ihre Taktiken beizubringen. Diese sind teilweise nicht anwendbar, da Ukrainer im mittlerweile zweieinhalb Jahre andauernden Krieg andere Erfahrungen gesammelt haben. Während es Fälle gibt, in denen auslandische Expertise wertvoll sein kann, ist die allgemeine Kriegsführung mittlerweile zunehmend ukrainisch. Die brutale Realität moderner Kriegsführung ist die niemals endende Präsenz von Artillerie, Mörsern und, als wäre es nicht schon schwierig genug, jetzt auch von Drohnen. Der unaufhörliche Hagel von Explosionen hat eine zermürbende Wirkung. DU WIRST STERBEN. ES IST NICHT DIE FRAGE OB, SONDERN WANN. Weiter geht es in der nächsten Ausgabe! Infanterie Brigade Die Chosen Company", eine Gruppe von Freiwilligen aus den Vereinigten Staaten, Australien und mehreren anderen Ländern, ist der 59. Brigade als Angriffsabteilung innerhalb der Aufklärungskompanie der Brigade zugeordnet. Im Sommer 2023 operierte die Brigade weiter an der Donezk-Front. Einheiten der Brigade, darunter das 11. Bataillon, wurden im Juni 2023 an der Pisky-Pervomaiske-Front außerhalb der Stadt Donezk positioniert. Bis zum 8. September 2023 hatten die Einheiten der Brigade russische Stellungen geräumt und sich in Opytne verschanzt, wodurch ein Teil der Siedlung wieder unter ukrainische Kontrolle kam.

Tactical Fitness für Rekruten und Einsatzkräfte Seite 8

Ein extrem großes Problem westlicher Armeen in der heutigen Zeit ist die körperliche Fitness der neuen Rekruten, aber auch lang gedienter Soldaten. Viele wissen einfach nicht wie man für den Job in Behörden, im englischen genannt "Tactical Fitness trainiert - woher auch? Auf YouTube findet man zwar seit neuestem einiges zu diesem Thema, doch ist Bodybuilding immer noch das vorherrschende Thema. Große Muskeln helfen uns aber relativ wenig, denn sie verbrauchen zunehmend Kalorien, Sauerstoff und machen daher zunehmend dicht bei anaeroben Belastungen, aber genau da befindet sich in der heutigen Zeit die körperliche Belastung auf dem Schlachtfeld - anaerob. Es spielt am Ende keine Rolle ob du dein Handwerk zu 100% beherrschst, wenn du es am Ende des Tages nicht unter körperlicher Belastung ausführen kannst. Niemandem ist damit geholfen, wenn man 140kg auf der Bank drückt, aber nicht Laufen kann oder als erstes beim Verwundetentransport abbrechen muss. Um ganz unten anzufangen, sollte eine Basis grundsätzlich immer eine gute Ausdauer bilden, besonders in grünen Verwendungen. Dazu kommen oft Bewegungen, die wir aus dem Alltag im Gefechtsdienst kennen. Ein Burpee ist nichts anderes als im Waldkampf hinlegen und aufstehen. Überkopf-Bewegungen, die wir beim Einladen von Ausrüstung in LKWs oder Regalen etc. praktizieren. Übungen im Bereich der Griffkraft oder dem Carrien , also Gewicht über eine Strecke von A nach B zu bringen (Munition, Verwundetentransport etc). Das heutige Schlachtfeld im COB hat Belastungsspitzen im Bereich von 4 Minuten, in denen man extrem gefordert wird, auch hier kann man z.B. mit Crossfit Workouts einen Vergleich ziehen. Die Bundeswehr schneidet sich hierbei oft selber ins eigene Fleisch, ist das Fachwissen in der Truppe aufgrund weniger Milfit Trainer und mangelndem Equipment doch relativ gering. Dabei leben wir heute in Zeiten in denen die körperlichen Anforderungen an Soldaten, als auch Polizisten deutlich höher sind als früher! Das Marschgepäck von Soldaten hat sich seit dem 20. Jahrhundert immer weiter gesteigert, neben der allgemeinen körperlichen Fitness ist besonders hier auch ein starker Core von Bedeutung. Um euch einen kleinen Einblick zu geben, zeigen wir euch hier 2 kleine, kurze Einheiten, die aber auch durchaus fordernd sind. WORKOUT 1 - AUF EINER TARTANBAHN ODER ÄHNLICHEM. Laufstrecke von 25m abstecken. Du machst ein Pyramidentraining aus Burpees und Laufen. Starte mit einem Burpee - 20x die 25m laufen. 2 Burpees - 19x die 25m laufen. Bis du am ende bei 20 Burpees und 1x die 25m landest. WORKOUT 2: DU BENÖTIGST EINE KETTLEBELL (ALTERNATIV EINEN DAYPACK DEN DU MIT GEWICHT FULLST) Die Übungen sind wie folgt, Burpee over Kettlebell, Kettlebell Swings und Goblet Squats mit der Kettlebell. Wir beginnen wieder bei 1x pro Übung und arbeiten uns hoch bis zu 21x. Also 1x Burpee, 1x Swing, 1x Squat und am ende hoch bis 21x Burpee, 1x Swing, 1x Squat. In der nächsten Ausgabe wollen wir uns spezifisch auf Plyometrisches Training fokussieren und welcher Nutzen es haben kann. Rapha

How to wear a Plattenträger the right way Seite 10

>>>> How To WEAR A PLATTENTRAGER Ein häufiges Bild, welches nicht nur bei rsoft Spielern zu sehen ist, sondern auch in ,Fachkreisen‘, ist der falsch getragene Plattenträger. Zu hoch ist selten, zu niedrig sitzt er dagegen all zu häufig. Wenn die Platte auf Bauchhöhe hängt, kann sie keine lebenswichtigen Organe schützen. Hier ist eine Kurzanleitung, wie der Plattenträger eingestellt werden muss um das zu tun wofür er konzipiert ist - Herz & Lunge schützen. Plattenträger werden meist in einer voreingestellten Größe geliefert. Hier muss alles auf deine Körpergröße und den rperumfang eingestellt werden. Sei nicht wie Amazon Alex, orge Dir einen hochwertigen Carrier age ihn nicht um den Bauch! emeinen willst du beweglich bleiben! eh die Gurte so fest, dass der Plattenträger stabil sitzt, aber achte darauf, dass du noch bequem atmen und dich bewegen kannst. Der Träger sollte nicht zu eng sitzen, um Atmung und Blutfluss nicht zu behindern. Deine Arme sollten uneingeschränkt arbeiten können. Die vordere Platte sollte weit oben sitzen, ihre Aufgabe ist der Schutz deiner lebenswichtigen Organe, wie hauptsächlich deine Lungen und dein Herz. Der untere Teil der Platte sollte ca. 2,5cm über deinem Bauchnabel und der obere Rand knapp unter deinem Hals (Klavikula Linie) sitzen. Hierzu kannst du die Schultergurte deines Trägers weiter nach oben ziehen um deine optimale Höhe einzustellen. Die Rückseite der Weste sollte auf einer Linie mit der Vorderseite eingestellt sein und nicht nach unten hängen! Die Platten sollen die gleichen Organe von hinten schützen - hauptsächlich deine Lungen und dein Herz - und sich normalerweise 2-3 Wirbel unterhalb des Kragens eines T-Shirts befinden. Denke daran, deinen Plattenträger regelmäßig zu überprüfen, damit nichts absteht und irgendetwas hängen bleiben kann oder dein Sling sich ve Vor jedem Einsatz oder Training solltest du die Passform und die Einstellungen des Plattenträgers üb prüfen und gegebenenfalls anpassen. Komponenten prüfen: Uberpriife alle Schnallen, Gurte und Vi schlüsse auf ihre Funktionstüchtigkeit. Ein defekter Gurt oder Verschluss kann dazu führen, dass der Träger verrutscht oder seine Schutzwirkung verliert. Plattentrager findest Du bei: Best Protection Triple Action SA Supple THx oO CEE Lehmann Army Shop @cbrnart

Mein Leben mit PTBS, Teil 1 Seite 14

PSYCHE / BUNDESWEHR Mit dieser Reihe wollen wir euch einen kleinen Einblick in ein komplexes Thema geben und versuchen dem ein oder anderen ein paar wertvolle Tipps und Ratschläge an die Hand zu geben. Bundeswehr und psychische Erkrankungen, insbesondere PTBS. Natürlich betrifft PTBS nicht nur die Soldaten der Bundeswehr, auch Polizisten, Rettungsdienste und Feuerwehren sind nicht immun gegen eine Posttraumatische Belastungsstörung. In diesem Fall sprechen wir aber von mir als Soldat (Mr X). Die Zeit der großen Einsätze der Bundeswehr ist vorerst fast vorbei, doch bekanntlich ist gerade PTBS eine Krankheit, die dem Betroffenen erst Jahre später zu schaffen macht. Hierzu mal ein Vergleich - die Bundeswehr spricht davon, dass ca. 3% der Soldaten in Einsätzen an PTBS erkranken, unabhängige Studien kommen auf einen Rahmen von 20-50% und genau da Beginnt eines der großen Probleme. Die Bundeswehr, und das muss man leider so sagen, will die Zahlen möglichst gering halten - aus Gründen. Angefangen bei der WDB, wo man mit einem Beamtendeutsch auf unzähligen Seiten. konfrontiert wird, die man ohne Sozialdienst oder Lotsen kaum bearbeiten und bewältigen kann, mit Fristen die für Leute die aktuell in einem Loch sind, kaum zu halten sind und das wieder und wieder. Zudem ein Punkt, den selbst viele Psychologen und Psychiater bei der Bundeswehr kritisieren, für die WDB muss man genau einen Fall nennen, der als Ursache gilt. Dass eine PTBS aber meist, insbesondere wenn man zig Monate im Einsatz, teils sogar zusammengerechnet rückwirkend mehrere Jahre im Einsatz war, PTBS & aufbauend ist und daher kaum auf EINEN Fall / TIC zu begrenzen ist. Was hier für Außenstehende jetzt wenig problematisch sein mag, fiir Betroffene wird durch dieses suchen / festmachen auf einen Fall der Fortschritt bisheriger Therapie stark rückgängig gemacht. Nicht zuletzt der Punkt, dass man in weiten Teilen der Bundeswehr als verbrannt gilt, wenn man die Diagnose PTBS erhält. Doch wie genau beginnt der Weg als Betroffener bis dahin? Aus meinen persönlichen Erfahrungen und derer vieler die ich in meinen Therapien im BWK Berlin kennenlernen durfte, wenn ihr merkt, dass etwas mit euch nicht stimmt, ihr Probleme mit alltäglichen Dingen bekommt, nicht schlafen könnt, ist der Truppenpsychologe ein erster guter Anhaltspunkt. Sie können euch eine erste grobe Einschätzung ‚geben. Mit dieser Einschätzung könnt ihr dann, wenn ihr Hilfe braucht und vor allem wollt, zum Truppenarzt gehen. Falls euer Weg nicht direkt in ein BWK führen soll, um euch ggf. vorerst einen Akteneintrag zu ersparen, gibt es die Möglichkeit bei einem ambulanten Psychotherapeuten vorstellig zu werden. Hier gibt es 5 probatorische Sitzungen (Diagnostik & Kennenlernen) ohne Eintragung in eure Akte, danach wird erst geschaut, ob wirklich Bedarf an einer weiterführenden Behandlung besteht. Wenn ihr euch für ein BWK entscheidet (was ich nur wärmstens empfehlen kann), würde ich euch aus eigener Erfahrung die BWKs wie folgt Ranken : Berlin, Hamburg, Koblenz, Ulm ‚Glaubt mir, ihr werdet den Schritt nicht bereuen, mehr dazu aber in der nächsten Ausgabe! Die PTBS ist eine völlig normale Reaktion auf ein unnormales Ereignis. Folglich ist sie kein Zeichen von Schwäche, sondern eine Bestätigung dafür, dass man als Mensch völlig normal funkioniert . Nach ICD-10 (internationale statistische Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme) müssen für die Diagnose einer PTBS folgende Kriterien erfüllt sein: 1. Vorliegen eines belastenden Ereignisses von außergewöhnlicher Bedrohung oder katastrophalem Ausmaß: Das Ereignis muss so intensiv sein, dass es bei nahezu jedem Menschen tiefgreifende Verzweiflung auslösen würde, wie zB. Naturkatastrophen, schwere Unfälle, körperliche oder sexuelle Gewalt, Kriegserfahrungen, etc. 2. Wiederholtes Erleben des Traumas in Form von Nachhallerinnerungen oder Albträumen: Das Erleben des Traumas wird durch Flashbacks, lebhafte Erinnerungen oder belastende "Träume wiederholt, 3. Vermeidung von Umständen, die der ur sprünglichen Belastung ähneln: Das Individuum zeigt deutliche Vermeidung von Aktivitäten, Situationen oder Gesprächen, die Erinnerungen an das traumatische Ereignis wachrufen könnten. 1. Erhöhtes autonomes Erregungsniveau mit mindestens zwei der folgenden Symptome: - Schwierigkeiten beim Ein- oder Durchschlafen. - Reizbarkeit oder Wutausbrüche. - Konzentrationsschwierigkeiten. - Übermäßige Wachsamkeit. - Ubertriebene Schreckreaktionen. 5. Emotionale Abstumpfung, Teilnahmslosig keit oder Anhedonie: Das Individuum kann Gefühle wie Interesse, Freude oder Liebe nicht mehr erleben oder zeigt ein allgemeines Desinteresse an der Umwelt. 6. Dauer der Symptome: Die Symptome müssen innerhalb von 6 Monaten nach dem belastenden Ereignis auftreten. Weiterhin sind unter Umständen bei den Betroffenen ein Gefühl von emotionaler Taubheit, Interessensverluste, Sprachstörungen, Gleichgültigkeit gegenüber anderen Menschen zu beobachten und Alkohol- und/oder Drogenmissbrauch zu beobachten. Nicht nach jedem traumatischen Ereignis entwickelt sich eine PTBS. Wenn die oben genannte Symptomatik (oder Teile davon) in den ersten vier Wochen nach dem Ereignis eintreten, aber danach abklingen, spricht man von einer akuten Belastungsreaktion. Bei einer akuten Belastungsreaktion ist keine therapeutische Behandlung erforderlich, jedoch ist ein Gespräch mit einem Therapeuten nicht verkehrt und wird unsererseits aus prophylaktischen Gründen empfohlen. Wenn die Symptomatik nach vier bis aller spätestens sechs Wochen immer noch nicht abgeklungen ist, spricht man von einer PTBS. Spätestens dann sollte man auf jeden Fall Hilfe in Anspruch nehmen. Schlussendlich sind diese Symptome eine ganz normale Reaktion auf ein unnormales Ereignis. Auch wenn diese Reaktion in Form einer PTBS einen krankhaften Verlauf nehmen kann, ist man in keiner Weise ein schwacher, instabiler oder schlechter Mensch. Der Mensch ist auf diese Art von Reaktion aufgrund seiner Evolution programmiert. Wieso das so ist, erfahrt ihr im nächsten Teil unseres Artikels. Bei Problemen vetraue dich einem Kameraden, Freund oder der Familie an oder melde dich bei der Trauma-Hotline: 0800-5887957

Übergriffe auf Feuerwehr- und Rettungskräfte Seite 20

Die Zahl der Übergriffe auf Feuerwehr- und Rettungskräfte hat in den vergangenen Jahren stark zugenommen, die aktuelle Tendenz ist immer noch steigend. Erst 2021 wurde die Gesetzeslage in diesem Bereich verschärft, Gewalt gegen Einsatzkräfte von Feuerwehr und Rettungsdienst wird seitdem genau so verfolgt wie Gewalt gegen Polizeivollzugsbeamte. Aktuell schwebt Bundesjustizminister Buschmann eine erneute Verschärfung der Gesetzeslage vor. Die Grundsätze der Strafzumessung’, festgelegt in 846 Strafgesetzbuch, sollen um einen weiteren explizit genannten Punkt erweitert werden: Die wesentliche Beeintrachtigung einer dem Gemeinwohl dienenden Tätigkeit. Dies umfasst vor allem den Einsatz von haupt- und ehrenamtlichen Rettungskräften. Zudem soll der Angriff auf Polizeivollzugsbeamte und, durch die 2021 erreichte Gesetzesänderungen gemäß 8115 StGB ihnen gleichgestellte Personen, wenn er besonders hinterlistig ausgeführt wird, stärker bestraft werden. Er soll als besonders schwerer Fall des Widerstandes gegen Vollstreckungsbeamte (8113 Abs. 2 StGB) gelten und damit mit bis zu fünf Jahren Haft bestraft werden können. Wurden im Jahr 2018 noch 2.019 Gewalttaten gegen Feuerwehrleute und Rettungskräfte erfasst, waren es 2022 bereits 2.570, ein Anstieg von über 27 Prozent. Auch für das Jahr 2023, für das noch keine Statistiken vorliegen, rechnet die Polizei Berlin in ihrem Verantwortungsbereich mit einem Anstieg von weiteren 30 Prozent innerhalb eines Jahres. Foto: Wolfgang 8 Die Statistik zählt dabei jeden Angriff als einen Fall, auch wenn durch diesen Angriff mehrere Einsatzkräfte verletzt werden. Vor 2018 wurden Übergriffe auf Feuerwehr- und Rettungsdienstpersonal nicht statistisch erfasst. Im Gegenzug rüsten auch Feuerwehren und Rettungsdienste auf. Neben Praventionskursen oder Schulungen durch Einsatztrainer von Polizei und Zoll rüsten vereinZelte Rettungsdienstbereiche auch materiell auf und führen zum Beispiel Stichschutzwesten für ihre Einsatzkräfte ein. Diese vermitteln jedoch, gerade für ungeschultes Personal, eine trügerische Sicherheit, die Risikobereitschaft steigt. In einer ausführlichen Recherche hat der Deutschlandfunk versucht, die Übergriffe in der Silvesternacht 2022/2023 einzuordnen. Die erste Erkenntnis: Es fehlen Daten und Studien , wie die Autoren feststellen, belastbare Zahlen gebe es kaum. Laut Tobias Thiele, Sprecher der Deutschen Feuerwehr-Gewerkschaft DFeuß, liegt es auch an der Dienstkleidung: "Viele Menschen wollen oder können nicht mehr zwischen Feuerwehr und Polizei unterscheiden. Für die reicht es, dass jemand eine Uniform trägt‘, wie er im Interview mit der Bild erklärt. Diese Verwechselung, ob bewusst oder unbewusst, kann für Einsatzkräfte zum Verhängnis werden. In der nächsten Ausgabe des RAID-Magazin sprechen wir mit jemanden, der eine solche Situation bereits erlebt hat. Jorn Maximowitz

Greenlight Battle im Kölner Rheingym Seite 22

Am 31.08 war es soweit, zum Greenlight-Battle’ schlugen das erste Mal Gladiatoren aus sämtli chen Bereichen von Polizei, Militär & Rettu; kräften auf Die Arena für diesen Tag, waren die ehrwürdigen Hallen des Kölner Rheingyms. Der komplette Ablauf der Veranstaltung lief für Außenstehende/Besucher absolut reibungslos, hier hat man gemerkt - da sind Profis am Werk, die für das brennen was sie tun! Abgeschen von einigen Ständen und der super Verpflegung, lag der Fokus natürlich auf dem Hier ging es für die Teilnehmer komplett an ihre professionellen sportlichen Wettkampf Grenzen. Angetreten waren 20 Teams Männer & 10 Mixed-Teams. Workouts absolviert werden, die neben der extremen körperlichen Belastun brachte. Das letzte Workout hatte es dann noch mal richtig in sich und lief nach einem KO-Sys Insgesamt mussten 4 auch den Kopf an seine Grenzen tem‘ wo sich dann von Runde zu Runde bei immer dem gleichen fordernden Workout die Spreu vom Weizen trennte. Hier kann man aber ganz klar sagen, dass jeder der es bis hier hin ge Zum Schluss nz klar die mentale Stärke. schafft hat ein absolutes Tier ist entschied hier g Die Stimmung der mitfiebernden Crowd war in der finalen Phase der Workouts der absolute Burner. Hier konnte keiner mehr nur ruhig da nebenstehen. Es wurde geschrien, gejubelt und geklatscht um die mehr als fertigen Athleten an zufeuern und noch weiter an ihre Grenzen zu pushen. Begleitet wurde das Event vor Ort durch einen absolut kundigen und phänomenalen Modera tor, der zusammen mit den zahlreichen Judges durch das Battle führte. Zusätzlich gab es über das ganze Event einen galaktischen Livestream auf Youtube Abschließend können wir nur HAMMER HAMMER HAMMER freuen uns schon auf das Greenlight-Battle 2025. sagen: und wir wenn unseren Einsatzkräften wieder eine beson dere Bühne geboten und alles abverlangt wird! Danke an das gesamte Greenlight-Team und alle freiwilligen Helfer, die diesen Tag möglich ge macht haben, der in unserer Szene lange gefehlt hat und hiermit einen mehr als würdigen Vertre ter gefunden hat Wenn ihr euch das geamte Battle reinzichen wollt, scannt einfach den QR-Code und ihr kommt zum 8 Std. Lievestream auf Youtube

Sandbox: Meine Zeit im Irak, Teil 1 Seite 24

SANDBOX - meine Zeit im Irak Mein Name ist Dominik, ich bin zarte 45 Jahre jung, verheiratet mit meiner Traumfrau und habe einen Sohn im wundervollen Alter von 15 Jahren. So viel so weit zu meiner Person... Da ich in den Sozialen Medien doch immer wieder gefragt werde was ich da auf den Fotos mache und wie ich an diesen Job gekommen bin und ich zufälligerweise der Herausgeber dieses kleinen wundervollen Heftes bin, dachte ich mir ich erzähle euch mal ein bisschen was aus dieser Zeit. Vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxie .. oder so ähnlich könnte ich meine Geschichte beginnen, denn was ich alles erlebt habe, war echt nicht aus diesem Universum. Aber von Anfang an... Nach meiner Zeit als Fallschirmjager InfSpezOp mit Auftrag EvakOp bei der DSO beim FschJgBtl. 261 in Lebach (liest sich einfach geil) 2006, widmete ich mich erst meiner Ausbildung als Grafikdesigner und machte mich in diesem Bereich selbständig. Nach einiger Zeit, wie bei so vielen anderen, bekam ich Hummeln im Arsch und wollte wieder raus - Dinge tun! Allerdings nicht unbedingt wieder bei der Bundeswehr. Wilde Geschichten um eine Firma namens Blackwater" feuerten meine Phantasien, wo mein Weg nun hingehen möge, ungemein an. Ein damaliger Freund klärte mich dann über den zu gehenden Weg auf und so absolvierte ich erst einmal einige Ausbildungen am deutschen Sicherheitsmarkt. Mein Eindruck - ernüchternd! Personenschutz Lehrgänge, 34a Sachkundeprüfung, Waffensachkunde, Schießleiter und was man sonst noch alles so machen kann, aber irgendwie alles nicht so ganz was ich mir vorstellte. Mit diesen Qualifikationen bewarb ich mich dann bei einer größeren Sicherheitsfirma um die ein oder andere Erfahrung zu sammeln. Erwähnte ich schon mal den Begriff ernüchternd ? Obwohl ich in dieser Firma sehr schnell die Karriereleiter aufstieg, musste ich für mich die Bremsleine ziehen - der deutsche Sicherheitsmarkt ist definitiv nicht das Becken in dem ich Schwimmen möchte. Schnell führte mich dann mein Weg nach Polen zur European Security Academy oder kurz ESA. Es ist das Jahr 2015 und ich reiste nach Polen um die Kurse fir meine Britische SIA Licence zu absolvieren. Geil - endlich jede Menge Menschen aus aller Herren Länder mit dem gleichen Mindset. Nach ein paar Wochen in Polen, hatte ich dann meine Kurse absolviert - CPO Close Protection Operative & FPOS First Person On Scene (eigentlich TCCC) und damit berechtigt die SIA Licence zu beantragen. Kurz darauf, wieder in Deutschland angekommen, stieß ich auf eine Firma die gerade Contractor für einen Job im Irak suchte. Geil, genau mein Ding und bewarb mich natürlich bei dieser besagten Firma. Nach einigen Treffen und Telefonaten mit dieser Firma, bekamen ein ehemaliger Freund und ich 2016 das Angebot die Auswahlverfahren (EFV) zu leiten und durchzuführen, was wir natürlich sofort annahmen. Zu dieser Zeit haben wir parallel unter Germanlactics Training einige Kurse im Bereich Small Unit Tactics (COB), Medic und Schießkurse abgehalten. Eine schöne und Lehrreiche Zeit. Mitte 2017 ging es dann für mich das erste Mal in den Irak. Während meiner Flüge, hatte ich nur einen Gedanken - was erwartet mich in Bagdad. Immer im Hinterkopf, dass der Krieg ja noch gar nicht so lange vorbei ist und dort etliche Milizen um die Vorherrschaft kämpfen. Mitten in der Nacht bin ich dann am Flughafen in Bagdad angekommen. Draußen am Flughafen bin ich erst mal gegen eine Wand gelaufen - eine Wand aus Hitze. Genau am Vortag meiner Ankunft startete eine Hitzewelle ihre Offensive - verdammte 45 C knallten mir um 03:00 nachts ins Gesicht. Vom ersten Schock erholt, sammelten mich meine Jungs die ihr EFV bestanden hatten ein und wir fuhren in B7 gepanzerten Fahrzeugen durch die Nacht entlang der berühmten Iron Road in Richtung Green Zone. 25 Minuten und einige Check Points später, kamen wir endlich in der ,Burg", meinem neuen Zuhause für die nächsten drei Monate an. Die Boys zeigten mir mein Zimmer, auf dem Weg dorthin viel mir im Wohnzimmer direkt eine alte Reichskriegsflagge auf, zu dem waren über jeder Stubentür entweder Bilder von Landsern oder Sprüche in Altdeutscher Schrift..chje! Ein paar Stunden später und gefühlt ohne Schlaf wurde ich dann von allen Anwesenden in Empfang genommen und habe meine restliche Ausrüstung erhalten - alles im Farbton Coyote . Wie mir dann später mitgeteilt wurde, wurde der Farbton wegen der alten Wüstenuniformen gewählt und als ob das noch nicht genug war, gab es Dienstgradabzeichen, die denen der ebenfalls alten Luftwaffe nachempfunden waren. Dies waren nur ein paar der Punkte worüber sich fast alle Contractor enormst aufregten, aber was erträgt man nicht alles für Geld und ein einen ansonsten geilen Job. Aber wenn ihr glaubt, dass dies schon alles gewesen ist, weit gefehlt und es kam noch schlimmer. Auch im Irak darf man nicht einfach so eine Waffe besitzen, geschweige tragen. Auch hier benötigt man eine Lizenz, wenn einem aber nur vorgegaukelt wird das man diese Lizenz hat und auf einmal die Ansage bekommt Waffen dürfen nicht mehr offen getragen werden und gelagert werden dürfen diese nur noch im Botschaftsfahrzeug, dann wird es langsam etwas doof! Besonders wenn man dann mit dem Kunden auBerhalb der Green Zone unterwegs ist. Erzählte ich euch eigentlich schon von unseren morgendlichen Appellen, wo z.B. bei erwachsenen und gestandenen Männern eine Figernagelkontrolle durchgeführt wurde, oder als uns ein ehemaliger Legionär versuchte die französische Schießtechnik aufzuzwingen... wohl gemerkt alle außer ihm dienten in der Bundeswehr. Ich könnte noch etliche solcher Geschichten raushauen, wobei ich nochmals erwähnen möchte, dass der ganze Mist auf dummen Gedankengut der ‚oberen Führung gewachsen ist und bis auf ein/zwei kleine Ausnahmen die Contractor selber großen Abstand davon genommen haben. Weiter geht es in der nächsten Ausgabel Dominik